Konkurse in Kanton St. Gallen auf Rekordniveau
Das Jahr 2025 brachte dem Kanton St. Gallen einen Rekordanstieg an Konkurseröffnungen. Insgesamt registrierte das Konkursamt im vergangenen Jahr 1278 Konkurse, was einem Drittel mehr als 2024 und fast der Hälfte mehr als 2023 entspricht. Zusätzlich wurden 62 Rechtshilfeverfahren durchgeführt.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden 318 Konkursverfahren mehr eröffnet, darunter 263 aufgrund der Änderung von Art. 43 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes, wonach seit 1. Januar 2025 auch öffentlich-rechtliche Forderungen der Betreibung auf Konkurs unterliegen. Die Konkurseröffnungen aufgrund dieser Gesetzesänderung stiegen nach einem langsamen Start im April des letzten Jahres bis zum Jahresende kontinuierlich und deutlich an.
Es zeigte sich ein signifikanter Anstieg bei Konkursbetreibungen mit 589 Verfahren im Vergleich zu 338 im Vorjahr. Dagegen verringerten sich Insolvenzerklärungen (53, zuvor 61 Verfahren) und Bilanzdeponierungen (49, zuvor 51 Verfahren) leicht.
Im Jahr 2025 wurden 732 Konkurse von Unternehmen eingereicht, was rund 50 Prozent mehr als 2024 entspricht. Die Anzahl der strafrechtlich relevanten Sachverhalte, die der kantonalen Staatsanwaltschaft gemeldet wurden, stieg um knapp 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Um dem Anstieg der Konkurse zu begegnen, genehmigte der Kantonsrat zusätzliche 800 Stellenprozente und eine Neustrukturierung des Hauptsitzes des Konkursamts. Diese organisatorischen Anpassungen ermöglichten eine effizientere und dienstleistungsorientierte Verfahrensführung. Im Jahr 2025 wurden 1194 Konkursverfahren abgeschlossen, was einem Anstieg von knapp einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch nehmen die Pendenzen pro Fachperson aufgrund des kontinuierlichen Anstiegs weiter zu.

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