Startseite Inland Landtagseröffnung zwischen Krisen und Reformdruck

Landtagseröffnung zwischen Krisen und Reformdruck

Mit klaren Worten hat S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein heute den Landtag eröffnet. In seiner Ansprache stellte er das Vertrauen in staatliche Institutionen ins Zentrum. Das Vertrauen in Verfassung, Parlament, Regierung und Gerichte sei in Liechtenstein noch vergleichsweise hoch, betonte der Erbprinz. Doch auch das Fürstentum bleibe von internationalen Entwicklungen nicht verschont. Social Media, der hybride Krieg in Europa und der Wandel der Medienlandschaft könnten die Gesellschaft spalten.

Der Erbprinz nannte konkrete Herausforderungen: Medien müssten unter schwierigen Bedingungen immer schneller berichten. Viele Menschen informierten sich nur noch online und hörten durch Algorithmen nur das, was sie bereits glaubten. Parteien und Staatsorgane befänden sich in einem Dauerwahlkampf, getrieben durch die Geschwindigkeit neuer Medien.

Als zentrale Hebel nannte er Bildung, Medien und gemeinnützige Organisationen. Schulen müssten mehr Freiraum erhalten, um auf technische Umbrüche zu reagieren. Lehrkräfte und Eltern brauchen verlässliche Informationen für gute Entscheidungen. Auch die Medienlandschaft soll sich weiterentwickeln. Sie müsse den digitalen Wandel meistern, um ihre wichtige Rolle zu behalten.

Zudem forderte der Erbprinz bessere Bedingungen für Vereine und Organisationen. Diese stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dort lernten Menschen Kompromissbereitschaft und gemeinsame Werte. Das schaffe Stabilität in unsicheren Zeiten.

Altersvorsitzender Erich Hasler ging in seiner Ansprache auf die weltpolitische Lage ein. Die globalen Spannungen hätten sich verdichtet. Einflussreiche Akteure stellten das Völkerrecht in Frage. Für kleine, exportorientierte Volkswirtschaften bedeute dies nichts Gutes.

Hasler mahnte, das Völkerrecht konsequent zu verteidigen. Kleine Staaten seien darauf besonders angewiesen. Zugleich sprach er die finanzielle Lage an. Das erwartete Defizit von rund 81 Millionen Franken schränke den Spielraum ein. Der Landtag müsse sich zudem mit der Stabilisierung der AHV befassen. Die Verwaltung solle effizienter arbeiten. Digitalisierung müsse Abläufe vereinfachen, dürfe aber niemanden ausschliessen. Ältere Menschen sollen weiterhin Zugang zu staatlichen Leistungen haben.

Zum Abschluss rief Hasler zu Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg auf. Demokratie lebe von Meinungsvielfalt. Entscheidend sei jedoch, gemeinsam Verantwortung zu tragen.

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