Die Universität Liechtenstein ernannte gestern Josef Biedermann zum Ehrensenator. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Hochschule sein vielfältiges Lebenswerk in Bildung, Politik und Umweltschutz.
Der heutige Dies Academicus bot den Rahmen für die Ehrung. Rektor Christian Frommelt eröffnete den Festakt mit einem Vortrag zur strategischen Ausrichtung der Universität. Dekan Michael Hanke referierte anschliessend über Herausforderungen und Lösungsansätze in der liechtensteinischen Altersvorsorge. Universitätsratspräsident Lothar Ritter hielt die Laudatio auf den neuen Ehrensenator.
Josef Biedermann prägte das Liechtensteinische Gymnasium über Jahrzehnte. Von 1987 bis 2008 leitete er die Schule als Rektor, unterrichtete aber stets weiter als Fachlehrer für Biologie, Chemie und Geografie. Den Kontakt zu den Schülern wollte er nie verlieren.
Sein gesellschaftliches Engagement begann früh. In den 1960er-Jahren gründete er das Cabaret Cactus mit, das kritisch zu Zeitthemen Stellung bezog. Später kämpfte er entschieden für das Frauenstimmrecht. Nach der Ablehnung 1973 organisierte er eine denkwürdige Demonstration. Die erfolgreiche Einführung des Frauenstimmrechts 1984 war auch sein Verdienst.
Als Landtagsabgeordneter und Landtagsvizepräsident wirkte Biedermann zwischen 1989 und 1993 in der Landespolitik. Seine Passion galt aber ebenso der Erwachsenenbildung. Von 1999 bis 2016 präsidierte er den Verwaltungsrat der Stein Egerta.
Sein Herz schlägt besonders für die Natur. Seit 1970 engagiert sich Biedermann ehrenamtlich im Natur- und Umweltschutz. Er präsidiert seit 1986 die Botanisch-Zoologische Gesellschaft Liechtenstein-Sarganserland-Werdenberg. 1990 erhielt er den Bindingpreis für Natur- und Umweltschutz. Von 1992 bis 1995 stand er der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA vor.
Biedermann fordert eine vorbildliche Biodiversitätsstrategie für Liechtenstein, die konsequent umgesetzt wird. Sein Credo: Umweltschutz ist Menschenschutz.

