IBK-Förderpreis: Jugendjury zeichnet Verein ELF aus

Toni Büchel und Luis Hilti

Toni Büchel und Luis Hilti | Foto:: André Springer

Ein Verein, der seit Jahren von Dorf zu Dorf zieht und mit der Bevölkerung über Vergangenheit und Zukunft ihrer Gemeinde nachdenkt, hat am Mittwochabend in Zürich einen internationalen Kulturpreis gewonnen. Der Liechtensteiner Verein ELF erhält den Preis der Jugendjury der IBK-Förderpreise für Kulturschaffende 2026. Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) hat die Auszeichnungen im Papiersaal Zürich verliehen. Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert. Nominiert hatte den Verein das Fürstentum Liechtenstein.

Gegründet haben den Verein im November 2018 der Architekt Luis Hilti und der Historiker Toni Büchel. Seit 2019 ist ELF in den Dörfern Liechtensteins unterwegs und widmet jeder der elf Gemeinden ein Jahr. Gemeinsam mit den Einwohnern geht der Verein der Frage nach, wie sich ein Ort entwickelt hat und wie eine wünschenswerte Zukunft aussehen könnte. Dazu gehören Gesprächsreihen, Workshops für Jugendliche und filmische Projekte.

Die Kunst spielt dabei eine eigene Rolle. In ihrer Laudatio schreibt Lea Maria Unterseer, Dramaturgin am Münchner Residenztheater: „Kunst ist hier nicht Selbstzweck oder Ausgangspunkt, sondern Medium der Vermittlung, Visualisierung und emotionalen Dokumentation.“

Die Jugendjury wollte nach eigenen Angaben ein Projekt mit inhaltlicher Dringlichkeit und gesellschaftlicher Relevanz auszeichnen. „Die Jugendjury hat sich mit diesem Förderpreis nicht für ein klassisches transdisziplinäres Kunstprojekt entschieden, sondern zeichnet ein Projekt aus, das das kommunikative und verbindende Potenzial von Kunst nutzt, um tatsächliche Auseinandersetzung und Veränderung zu schaffen“, begründet sie ihre Wahl. Der Preis würdige auch die langjährige Arbeit des Vereins für und mit der Region und solle eine Ermutigung sein, diesen Weg weiterzugehen.

Für die beiden Gründer ist ELF ein wichtiges Anliegen, aber kein Broterwerb. Der Verein wird ehrenamtlich getragen. Luis Hilti hat in den vergangenen Jahren ein eigenes Architekturbüro gegründet und im Städtebau promoviert. In seiner Dissertation hat er das Konzept des Vereins wissenschaftlich ausgewertet. Toni Büchel leitet die Kulturabteilung und das Dorfmuseum der Gemeinde Schaan.

Preise seit 1991

Die IBK vergibt ihre Förderpreise seit 1991 jährlich in wechselnden Sparten. Es können höchstens sieben Preise zu je 10’000 Franken vergeben werden. Ausgezeichnet werden Kulturschaffende mit herausragendem Potenzial in ihrem Bereich. Jedes IBK-Mitglied durfte zwei Personen oder Kollektive nominieren. Neben Liechtenstein sind das Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg sowie die Kantone Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen und die beiden Appenzell, die gemeinsam auftreten.

Über die Preise entschieden eine internationale Fachjury aus allen zehn Mitgliedsländern und -kantonen sowie eine Jugendjury mit Mitgliedern aus sechs Ländern und Kantonen. Verantwortlich für die Vergabe ist die Kommission Kultur der IBK, die in diesem Jahr unter dem Vorsitz des Kantons Zürich steht.

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