Im Aargau sind zwei Liebi
Symbolbild für den Leserbrief. Das Bild stammt von der Redaktion, nicht von der Leserbriefschreiberin
Es Meiteli und es Büebli die hend anä-nd so gern gern gern. Der Jungknab zog zum Kriege, wenn chund er wiederum hei hei hei.. Dieses herzergreifende Volkslied; kein anderes beschreibt unsere desolate, mit tiefen Abgründen behaftete Gesellschaft treffender. Kurz: Der Jungknab zieht für sein Vaterland in den Krieg und er dann, wenn d’Stüdeli trägid Laub nach Hause kommt, hat ihm der andere, dem das Vaterland wurscht ist, sein schönes Anni weggeschnappt. Und das schöne schlaue Anni erklärt ihm, dass sie sich einen hübschen, einen Reichen, der sie erhalten kann, erobert hat. Einer, der sich Hof, Haus und Böden von dem armen Jungknab ergaunerte, während er an der Front sein Vaterland verteidigte.
In den Schweizer Kuhreihen und Volkslieder wurde es in der 3. Auflage schon 1818 publiziert. Wie es scheint, wusste man immer schon, dass ein Krieg immer Gewinner und Verlierer erzeugt. Kriegsgewinnler haben die Eigenart, dass sie auf Kosten anderer in kurzer Zeit sagenhaft reich werden. Ganz egal, ob der Krieg gewonnen oder verloren ist. Und man weiss schon immer, dass das erzeugte Leid sehr schnell vergessen ist und in den Geschichtsbüchern und historischen Filmen wird darüber ein heroischer Mantel der Verklärung, vor allem der Unschuld und der Glorie übergehängt.
Da wird ein Verbrecher schnell einmal zum genialen Wüstenfuchs und der geliebte Führer war halt tablettensüchtig. Und auch wenn einer kein geldgieriger Raffzahn ist, kann er die Gunst des Krieges nutzen und seinem Vaterland die Treue verweigern, um als Flüchtling an einem für ihn besseren Ort, seine für ihn an der Front sterbenden Brüder zu vergessen. Schätzungen zufolge starben im Zweiten Weltkrieg weltweit bis zu 80 Millionen Menschen. Diese Toten erschüttern heute jedoch niemand mehr und die EU setzt alles daran, nicht mit den Russen zu reden und Europa kriegstauglich und kampfbereit zu machen. Und Liechtenstein gaukelt fröhlich mit dem Geldbeutel in der Hand, der Kriegstrommel hinterher.
Jo Schädler
Bendern

