Ein Land, das seine Zukunft nicht mehr selbst sichert
Die Zahlen sollten uns wachrütteln: 2025 kamen in Liechtenstein gerade einmal 317 Kinder zur Welt, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit durchschnittlich 1,26 Kindern pro Frau wurde zudem der tiefste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1975 erreicht. Gleichzeitig starben 318 Menschen, 16 mehr als 2024. Damit gab es erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999 mehr Todesfälle als Geburten.
Da reicht es nicht, einfach mit den Schultern zu zucken. Es ist ein deutliches Warnsignal für die Zukunft unseres Landes.
Und was geschieht gleichzeitig? Ein Initiativkomitee setzt sich für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen bis zur 12. Schwangerschaftswoche ein. Der Landtag hat der Initiative knapp zugestimmt. Zum Glück hat der Erbprinz von seinem Vetorecht Gebrauch gemacht. Respekt dafür!
Was für ein Widerspruch: Auf der einen Seite beklagen wir immer weniger Geburten, auf der anderen Seite wird politisch für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen gekämpft. Wie passt das zusammen?
Unser Land lebt nicht allein von seiner Wirtschaft, seinen Banken oder seinem Wohlstand. Es lebt von seinen Familien, seinen Kindern, seinen Traditionen und Menschen, die Verantwortung für kommende Generationen übernehmen. Wer Liechtenstein erhalten will, muss auch dafür sorgen, dass Familien eine Zukunft haben.
Statt immer neue gesellschaftspolitische Experimente voranzutreiben, sollten wir endlich die traditionelle Familie stärken. Familien brauchen Anerkennung, finanzielle Entlastung, bezahlbaren Wohnraum und echte Unterstützung. Kinder sind keine Belastung, sondern die Zukunft unseres Landes.
Wir reden gerne von Heimat, Identität und dem Erhalt unseres Landes. Doch Heimat bleibt nicht von selbst bestehen. Sie muss von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dazu gehören Kinder, die hier aufwachsen, unsere Werte kennenlernen und dieses Land eines Tages weitertragen.
Jürgen Schädler, Wangerbergstrasse 20, 9497 Triesenberg




