Uber übernimmt Essenslieferdienst Delivery Hero für 14,8 Milliarden Dollar

Liefermoped

Der US-Fahrdienstvermittler Uber übernimmt den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero. Beide Unternehmen bestätigten den Zusammenschluss, nachdem seit Wochen über eine Übernahme spekuliert worden war.

Uber bietet den Aktionärinnen und Aktionären von Delivery Hero 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einem Transaktionsvolumen von rund 12,7 Milliarden Euro beziehungsweise einem Unternehmenswert von 14,8 Milliarden US-Dollar. Noch Mitte April hatte das Papier weniger als 20 Euro gekostet. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen das Übernahmeangebot einstimmig.

Grossaktionär Prosus stimmt zu

Der niederländische Investor Prosus, der rund 17 Prozent an Delivery Hero hält, hat sich unwiderruflich verpflichtet, seine Anteile in das Angebot einzuliefern. Damit käme Uber auf einen wirtschaftlichen Anteil von rund 53 Prozent am Unternehmen.

Gemeinsam würden Uber und Delivery Hero zum weltweit grössten Mobilitäts- und Lieferplattform-Anbieter, aktiv in insgesamt 99 Märkten mit einem kombinierten Bruttowarenvolumen von über 236 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Hälfte des Jahres 2027 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

Verkauf an SSW Partners in 14 Märkten

Um Wettbewerbsbedenken zu begegnen, hat Delivery Hero zugleich eine Vereinbarung mit der New Yorker Investmentfirma SSW Partners getroffen. Diese übernimmt für 1,4 Milliarden Euro das Delivery-Hero-Geschäft in 14 Märkten, in denen der Konzern bislang in direkter Konkurrenz zu Uber Eats stand – darunter Österreich, Griechenland, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und die Türkei.

Delivery Hero hat seinen Hauptsitz in Berlin, ist auf dem deutschen Markt selbst aber seit dem Verkauf des hiesigen Geschäfts an Just Eat Takeaway nicht mehr operativ tätig. Der Konzern ist vor allem in Asien, Südeuropa, auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika stark vertreten. Uber sagte zu, den Hauptsitz in Berlin zu erhalten und bis mindestens 2029 keine Veränderungen an der dortigen Belegschaft vorzunehmen. Zusätzlich kündigte der Konzern an, in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro in Deutschland zu investieren.

Stimmen zum Zusammenschluss

Uber-Chef Dara Khosrowshahi würdigte Delivery Hero als Unternehmen mit bekannten lokalen Marken und starken Positionen in wachstumsstarken Liefermärkten. Delivery-Hero-Mitgründer und Vorstandschef Niklas Östberg erklärte, die globale Mobilitäts- und Lieferplattform von Uber sowie das gemeinsame Bekenntnis zu Innovation machten den Zusammenschluss zur richtigen Partnerschaft. Ziel sei es, die Stärken von Delivery Hero bei Essenslieferungen und im Quick Commerce auszubauen.

Quellen: Uber Technologies, Bloomberg, t-online

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