Meisterkurse Vaduz: Eine Woche, die Karrieren prägen kann
Eine Woche lang dreht sich alles um die Musik. Kein Unterricht zwischen Tür und Angel, keine Ablenkung durch den Alltag – stattdessen intensive Arbeit mit international renommierten Dozierenden. Was für viele Musikstudierende ein Wunschtraum bleibt, wird bei den Internationalen Meisterkursen Vaduz seit mehr als fünf Jahrzehnten Realität. Die traditionsreiche Veranstaltung feiert in diesem Jahr ihre 55. Ausgabe – und ist erneut vollständig ausgebucht.
Eine Woche volles Eintauchen
Seit über fünf Jahrzehnten stehen bei den Meisterkursen junge Musikerinnen und Musiker im Zentrum. Was die Woche besonders mache, sei die seltene Möglichkeit, sich fernab des Alltags voll und ganz auf die Musik einzulassen – begleitet von individuellem Einzelunterricht bei renommierten Dozentinnen und Dozenten. Im Fokus stehen dabei nicht nur technische Präzision und interpretatorische Tiefe, sondern auch die persönliche künstlerische Entwicklung.
Mehr als 3500 junge Musikerinnen und Musiker aus über 40 Nationen sowie rund 160 namhafte Dozentinnen, Korrepetitorinnen und Referenten haben die Meisterkurse seit ihrer Gründung 1970 durch den Fürstlichen Musikdirektor Josef Frommelt geprägt.
Hochkarätiges Dozentenprogramm
Unterrichtet wird 2026 von Barbara Doll (Violine), Andreas Willwohl (Viola) und Rafael Rosenfeld (Violoncello), alle drei mit Lehrauftrag an der Musikhochschule Basel. Neu mit dabei ist die international renommierte Sopranistin Juliane Banse, die als gefragte Liedinterpretin nicht nur das Sopranfach, sondern sämtliche Stimmlagen unterrichtet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch dieses Jahr auf der Musikphysiologie: Die bewusste Auseinandersetzung mit Körper, Haltung, Atmung und Bewegungsabläufen soll den jungen Musikerinnen und Musikern helfen, ihr Instrument gesünder und freier zu beherrschen. Ergänzend dazu bieten Prof. Dr. Horst Hildebrandt und sein Kollege Olivier Margulies, der in der anatomischen Forschung in Zürich tätig ist, einen Vortrag sowie Einzelunterricht bei Haltungsproblemen an, wie sie etwa bei intensivem Violinspiel entstehen können.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Ensemblespiel. Gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz und Automatisierung bleibe das gemeinsame Musizieren als künstlerischer Dialog unersetzbar. Die Resultate der gemeinsamen Probenarbeit sind in den Abschlusskonzerten zu hören.
Die moderne Infrastruktur der Liechtensteinischen Musikschule sowie die familiäre Atmosphäre vor Ort – inklusive gemeinsamer Mahlzeiten und einer Wanderung im Rahmenprogramm – sollen zusätzlich zur intensiven Betreuung beitragen.
Drei Konzerte
Auch dieses Jahr sind drei Konzerte bei freiem Eintritt beziehungsweise Kollekte geplant:
- Eröffnungskonzert der 55. Internationalen Meisterkurse: Montag, 6. Juli, 19 Uhr, Rathaussaal Vaduz. Es musizieren Juliane Banse (Sopran), Marco Scilironi (Klavier), Barbara Doll und Marvin Naef (Violine), Andreas Willwohl und Julia Lindner (Viola) sowie Rafael Rosenfeld und Léanne von Sury (Violoncello). Auf dem Programm stehen die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner in einer Bearbeitung für Sopran und Streichsextett von Rudolf Leopold sowie das Klavierquartett Es-Dur op. 47 von Robert Schumann.
- Schlusskonzert der Streicher: Samstag, 11. Juli, 19 Uhr, Musikschulzentrum Triesen, mit den Klassen von Barbara Doll, Andreas Willwohl und Rafael Rosenfeld sowie den Korrepetitorinnen und Korrepetitoren Dunja Robotti, Marco Scilironi und Alexei Grotz.
- Schlusskonzert Gesang: Sonntag, 12. Juli, 10 Uhr, Musikschulzentrum Triesen, mit der Klasse von Juliane Banse und Korrepetitorin Maria Keller.

