Baustart für das Grundwasserpumpwerk Wiesen II

Grundwasserpumpwerk

In Schaan hat heute der Bau des Grundwasserpumpwerks Wiesen II begonnen. Das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Schaan und Vaduz soll die regionale Trinkwasserversorgung langfristig absichern – und ist mit Investitionen von rund sechs Millionen Franken verbunden.

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Liechtenstein verbraucht jährlich rund 6,7 Milliarden Liter Trinkwasser. Davon entfallen rund 60 Prozent auf Haushalte und 40 Prozent auf die Industrie. Angesichts des wachsenden Wasserbedarfs – insbesondere durch die Industrie und die zunehmende landwirtschaftliche Bewässerung – sowie des klimabedingten Rückgangs der Quellwasser-Erträge sehen die beiden Gemeinden Handlungsbedarf. Quellwasser deckt derzeit rund 45 Prozent des Gesamtverbrauchs; dieser Anteil dürfte in Zukunft sinken.

«Das ist nicht nur ein Projekt für heute, sondern auch für viele Generationen«

Bürgermeister Florian Meier

Im Herz des Projekts stehen drei sogenannte Vertikalfilterbrunnen. Jeder Brunnen wird mit einem Hohlrohr von 1,20 Meter Durchmesser auf rund 25 Meter Tiefe gebohrt – bis in den Grundwasserleiter, den ehemaligen Auflandungsschotter des Rheins. Nach dem Ausheben des Bohrguts werden Schlitzfilterrohre aus Edelstahl eingesetzt und der verbleibende Ringraum mit speziellem Filtermaterial verfüllt. Über Pumpen wird das Wasser anschliessend an die Oberfläche gefördert.

Die maximale Fördermenge ist auf rund 200 Liter pro Sekunde ausgelegt – bildlich gesprochen etwa zwei Badewannen pro Sekunde. Besonders wertvoll: Das Grundwasser ist von so hoher Qualität, dass es ohne jede Vorbehandlung direkt ins Versorgungsnetz eingespeist werden kann.

Da die Wasserversorgungsnetze von Schaan und Vaduz physisch miteinander verbunden sind, steht das geförderte Wasser im Bedarfsfall dem gesamten Ober- und Unterland zur Verfügung. Die Abrechnung mit anderen Gemeinden erfolgt über fixe Tarife und Messeinrichtungen.

Ein Fachmann wies am Anlass darauf hin, dass der Grundwasserleiter grenzüberschreitend ist: Das Wasser im Boden des Vaduzer und Schaaner Riets stammt massgeblich aus dem Alpenrhein. Laufende Studien untersuchen, wie sich eine klimabedingte Verminderung des Rhein-Abflusses längerfristig auf die Grundwasserneubildung auswirken könnte. Aktuell bestehe jedoch keine unmittelbare Gefahr, so der Experte. Anders als etwa am Bodensee, wo Seewasser aufwendig aufbereitet werden muss, schöpft Liechtenstein aus einem natürlichen Grundwasservorkommen von hervorragender Güte.

Das Projekt ist nicht das erste gemeinsame Vorhaben der beiden Gemeinden im Bereich Wasserversorgung. Bereits Wiesen I – in unmittelbarer Nähe des neuen Standorts – sowie das kürzlich eröffnete Stufenpumpwerk in Mühlholz entstanden in Zusammenarbeit. Vorsteher Hilti und Bürgermeister Meier betonten übereinstimmend den Wert dieser interkommunalen Kooperation.

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