Übernahmekampf eskaliert: UniCredit erhöht Druck auf Commerzbank

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Die UniCredit treibt ihre Pläne zum Ausbau des Einflusses bei der Commerzbank weiter voran und hat ein offizielles Tauschangebot an die Aktionäre gestartet. Für jede Commerzbank-Aktie bietet die italienische Bank 0,485 eigene Aktien, was einem Wert von gut 30 Euro entspricht und damit nur knapp am aktuellen Börsenkurs liegt. Ein klassischer Übernahmeaufschlag bleibt damit aus, was das Angebot für viele Investoren wenig attraktiv macht.

Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent ist UniCredit bereits grösster Aktionär, strebt nach eigenen Angaben aber vorerst keine Kontrollmehrheit an. Beobachter sehen darin eher einen strategischen Schritt, um den Druck auf das Management zu erhöhen und sich langfristig stärker im deutschen Markt zu positionieren. Vorstandschef Andrea Orcel gilt als treibende Kraft hinter diesem Kurs.

Der Widerstand ist jedoch erheblich. Die deutsche Bundesregierung will ihren Anteil nicht verkaufen und setzt sich für eine eigenständige Commerzbank ein. Auch Management, Betriebsrat und Belegschaft lehnen das Vorgehen ab und warnen vor Risiken sowie möglichen Stellenkürzungen im Falle einer engeren Verbindung.

Gleichzeitig befindet sich UniCredit wirtschaftlich in einer starken Lage und konnte zuletzt hohe Gewinne vorweisen. Der Vorstoss gilt daher als Teil einer grösseren Strategie, von der erwarteten Konsolidierung im europäischen Bankensektor zu profitieren und eine führende Rolle einzunehmen.