Sparhammer bei Swiss: Jetzt trifft es die Angestellten am Boden
Der Sparkurs der Schweizer Fluggesellschaft Swiss trifft nun auch jene, die nie in einem Flugzeug sitzen: die Verwaltungsangestellten am Boden. Swiss-Chef Jens Fehlinger kündigte am Wochenende gegenüber der «NZZ am Sonntag» an, rund zehn Prozent der administrativen Stellen abzubauen. Beim Bodenpersonal arbeiten derzeit gut 3400 Menschen für die Airline – betroffen wären damit mehrere hundert Stellen.
Fehlinger betonte, Entlassungen seien nicht geplant. Der Abbau solle ausschliesslich über freiwillige Abgänge laufen, ähnlich wie dies bereits beim Kabinenpersonal der Fall war. Dort hatten rund 140 Flugbegleiter ein Abgangsangebot angenommen, das unter anderem eine Einmalzahlung von 15 000 Franken vorsah. Für die Verwaltung soll ein vergleichbares Modell greifen: Wer unbezahlten Urlaub nimmt, erhält einen Teil des eingesparten Grundlohns ausbezahlt.
Der Schritt kommt nicht überraschend. Swiss schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem operativen Ergebnis von 502 Millionen Franken ab – ein Rückgang von fast 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz sank auf 5,5 Milliarden Franken. Als Ursachen nennt das Management strukturell gestiegene Kosten: Flugzeugwartung, Umweltabgaben und höhere Personalkosten fressen die Marge. Fehlinger verweist darauf, dass die Muttergesellschaft Lufthansa in ihrer Verwaltung gar 20 Prozent einsparen will – Swiss bliebe mit zehn Prozent also noch vergleichsweise moderat.
Der Konzern aus Frankfurt kämpft seinerseits mit einem harten Sanierungsprogramm: Einstellungsstopp, Kürzung aller Projektbudgets um zehn Prozent, Verbot von Dienstreisen mit Hotelübernachtung. Der Druck aus der Konzernzentrale auf die Töchter – neben Swiss auch Austrian Airlines und Brussels Airlines – ist spürbar. Swiss hatte bereits Strecken ausgedünnt und die Flotte nicht in dem Tempo ausgebaut, wie ursprünglich geplant.
Für die Belegschaft ist die Ankündigung trotz der zugesicherten Freiwilligkeit ein Signal: Die Zeiten, in denen Swiss als einer der attraktivsten Arbeitgeber der Schweiz galt, sind vorerst vorbei. Ob die Airline ihr Ziel auf dem sanften Weg erreicht oder irgendwann doch zu härteren Mitteln greifen muss, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

