USA lockern Ölsanktionen gegen Russland – vorübergehend
Öltanker | Foto: Gregor Meier
Die US-Regierung erlaubt vorübergehend den Verkauf von russischem Erdöl. Das teilte das US-Finanzministerium am Donnerstag mit. Die Genehmigung gilt bis zum 11. April und betrifft Rohöl sowie Erdölprodukte, die vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurden.
US-Finanzminister Scott Bessent begründet den Schritt mit der Energiekrise. Die Massnahme erhöhe „die globale Reichweite des bestehenden Vorrats». Sie bleibe eng gefasst und kurzfristig. Bessent betonte: Russland erhalte dadurch keinen signifikanten finanziellen Vorteil. Der Grossteil der Energieeinnahmen fliesse über Steuern am Förderort.
Der russische Gesandte Kirill Dmitrijew äusserte sich auf Telegram. Er sprach von 100 Millionen Barrel Öl, die von der Ausnahmegenehmigung betroffen seien. Angesichts der Krise halte er weitere Lockerungen für unvermeidlich – trotz Widerstands aus Brüssel. Der Iran-Krieg treibt die Preise. Seit dem 28. Februar blockiert das iranische Militär die Strasse von Hormus. Durch diese Meerenge transportiert die Welt rund ein Fünftel ihres Öls und Flüssiggases. Die Revolutionsgarden kontrollieren die Passage zwischen arabischer Halbinsel und Iran. Die Sperrung liess die Energiepreise explodieren.
US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt am Dienstag angekündigt. Er äusserte sich nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin. Welche Länder von der Lockerung profitieren, sagte Trump nicht. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte noch am Mittwoch das Gegenteil beteuert. Die G7-Staaten schlossen eine Lockerung der Russland-Sanktionen aus, erklärte er gegenüber Medienvertretern.
