Triesen stellt «Perspektive 2035» vor
Vorsteherin Daniela Erne-Beck beim Bürgergespräch am 11.3.2026 | Foto: Gregor Meier
Wie soll sich Triesen in den kommenden Jahren entwickeln? Antworten darauf gibt die neue Strategie «Perspektive 2035», die der Gemeinderat heute Abend beim Bürgergespräch vorstellte. Zahlreiche Einwohner nutzten die Gelegenheit, um sich über die künftige Ausrichtung der Gemeinde zu informieren und ihre Anliegen einzubringen.
Gemeindevorsteherins Daniela Erne-Beck betonte in ihrer Eröffnung, dass die Strategie kein Werk von Gemeinderat oder Verwaltung allein sei. «Nicht ich, nicht der Gemeinderat, nicht die Verwaltung haben die Strategie entwickelt. Nein, wir haben gemeinsam die Strategie entwickelt«, sagte sie. Kommissionen, Bewohner sowie die Verwaltung hätten sich gleichermassen aktiv eingebracht. Erne-Beck dankte allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement und unterstrich, dass die «Perspektive 2035» kein abgeschlossenes Dokument sei, sondern einen gemeinsamen Weg beschreibe, an dem die Bevölkerung auch künftig mitwirken könne.
Dr. Peter Sinelle von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der den Erarbeitungsprozess fachlich begleitet hatte, erläuterte dem Publikum die methodischen Grundlagen der Strategie und hob hervor, wie wichtig es sei, klare Schwerpunkte zu setzen und gleichzeitig die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung einzubeziehen.

Strategische Schwerpunkte
Die «Perspektive 2035» bündelt die Ambitionen der Gemeinde in drei strategischen Schwerpunkten, die ineinandergreifen und die Gemeinde sozial, räumlich und wirtschaftlich zukunftsfähig machen sollen.
Gemeinschaft stärken
Der erste Schwerpunkt steht im Zeichen des sozialen Miteinanders. Im Vordergrund steht der Austausch zwischen Generationen und Kulturen sowie ein bedarfsgerechtes Angebot für Familien und ältere Menschen. Geplant sind unter anderem eine Fachstelle für Alters- und Familienfragen sowie Abklärungen zu neuen Wohnformen wie dem Mehrgenerationenwohnen. Das Kulturzentrum Gasometer soll durch ein vielfältiges Programm als Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv bleiben. Begrüssungsanlässe für Neuzuziehende, ein Vereinstag und ein Fest der Kulturen sollen das Dorfleben zusätzlich beleben.
Lebensraum gestalten
Der zweite Schwerpunkt widmet sich dem Erhalt und der Weiterentwicklung der einzigartigen Qualitäten Triesens. Der Schutz der Biodiversität, die naturnahe Gestaltung von Gewässern und der Erhalt des Waldes stehen ebenso auf der Agenda wie die Reduktion von Lichtverschmutzung und die Förderung erneuerbarer Energien. Im Bereich Siedlungsentwicklung sollen der historische Ortskern und zentrale Areale mit Bedacht weiterentwickelt werden. Bezahlbarer Wohnraum und sichere Mobilitätswege für Fussgänger sowie Velofahrende runden diesen Schwerpunkt ab.
Standort weiterentwickeln
Der dritte Schwerpunkt zielt auf die Stärkung Triesens als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsstandort. Im Bildungsbereich sollen die Infrastruktur der Gemeindeschule ausgebaut und gute Rahmenbedingungen für Bildungsinstitutionen geschaffen werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ausreichende Kinderbetreuungsangebote werden dabei explizit als Ziele genannt. Bestehende Unternehmen sollen durch gute Rahmenbedingungen gehalten, neue Betriebe willkommen geheissen werden. Eine moderne, digital aufgestellte und bürgernähere Gemeindeverwaltung sowie nachhaltige Gemeindefinanzen bilden die Grundlage für die gesamte Standortentwicklung.
Strategie als lebendiges Dokument
Gemeindevorsteherins Erne-Beck schloss den offiziellen Teil mit einem Blick in die Zukunft: Die «Perspektive 2035» sei ein Bekenntnis dazu, Entscheidungen zu treffen, die auch in Jahren und für kommende Generationen noch nachvollziehbar und tragfähig seien. Die Bevölkerung sei eingeladen, sich auch weiterhin aktiv in die Umsetzung einzubringen. Im anschliessenden Austausch nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Anliegen direkt mit Gemeinderatsmitgliedern und der Verwaltung zu besprechen.

