Liechtenstein öffnet elektronisches Gesundheitsdossier für ausländische Spitäler
Pressekonferenz der Regierung am 3.3.2026 | Bildquelle: 1FL TV - Das Liechtensteiner Fernsehen
Wer sich in einem Schweizer oder österreichischen Spital behandeln lässt, kennt das Problem: Arztberichte und Austrittsberichte müssen mühsam weitergeleitet werden. Damit ist nun Schluss. Liechtenstein hat sein elektronisches Gesundheitsdossier (eGD) für ausländische Gesundheitsdienstleister geöffnet.
Seit der Einführung im Jahr 2023 nutzen über 45’000 Versicherte das eGD – und es werden täglich mehr. Mit der neuen grenzüberschreitenden Anbindung geht das Land einen weiteren Schritt in Richtung digitale Gesundheitsversorgung.
Ausländische Leistungserbringer können künftig medizinische Dokumente direkt in das eGD ihrer Patienten in Liechtenstein hochladen. Informationslücken, die bisher die Behandlungsqualität gefährdeten, schliessen sich dadurch.
Die technische Verbindung läuft über SwissMedLink, eine Plattform des gemeinnützigen Vereins eSANITA. Dokumente gelangen verschlüsselt ins liechtensteinische System – eSANITA speichert dabei keine Daten, und auf das eGD selbst greift die Plattform nicht zu.
Zugang nur mit doppelter Bewilligung
Nicht jedes ausländische Spital darf einfach Daten hochladen. Wer als ausländischer Gesundheitsdienstleister am eGD teilnehmen will, braucht zuerst eine Bewilligung des Amtes für Gesundheit. Dabei prüft das Amt, ob die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt sind. Zusätzlich muss der jeweilige Patient dem Dienstleister ausdrücklich Zugang gewähren. Wer diese Berechtigung nicht erteilt, bleibt vollständig geschützt.
Als erster Partner schloss sich das Kantonsspital Graubünden erfolgreich an. Weitere Spitäler der Region sollen in Kürze folgen.
App in Entwicklung
Parallel zur technischen Erweiterung entsteht derzeit eine mobile eGD-App. Sie soll Patienten den Zugriff auf ihr Dossier weiter erleichtern. Einen genauen Starttermin nennt das Amt für Gesundheit noch nicht.
