DpL fordert smartphonefreie Schule

DpL

DpL reicht Vorstoss ein | Bildquelle: 1FL TV - Das Liechtensteiner Fernsehen

Abgeordnete der DpL haben heute im Landtag eine Motion eingereicht. Thema ist der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Smartphones und sozialen Medien. Die Motion verlangt eine umfassende Schutzstrategie. Regierung soll klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen. Ziel ist ein besserer Schutz der jungen Generation.

Hintergrund sind wachsende Sorgen um die psychische Gesundheit. Fachleute sprechen von einer globalen Krise. Studien zeigen: Über 80 Prozent der Jugendlichen nutzen soziale Medien täglich. Im Schnitt sind es rund dreieinhalb Stunden pro Tag.

Lange Onlinezeiten haben Folgen, heisst es in der Begründung. Genannt werden Depressionen, Schlafmangel und Konzentrationsprobleme. Auch Cybermobbing und Hasskommentare belasten junge Menschen. Algorithmen verstärken Inhalte gezielt. Daten werden gesammelt und ausgewertet.

Die Demokraten pro Liechtenstein sehen dringenden Handlungsbedarf. Schutz von Kindern müsse Vorrang haben. Gleichzeitig gelte es, Datenschutz und digitale Rechte zu wahren.

Vorgesehen ist eine Strategie mit drei Pfeilern: Prävention, frühe Intervention und Regulierung.

Prävention ausbauen

Medienbildung soll verbindlich gestärkt werden. Kinder sollen verstehen, wie Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Fake News funktionieren. Auch Geschäftsmodelle von Plattformen sollen Thema sein.

Eltern sollen stärker einbezogen werden. Geplant sind Informationsbroschüren und regelmässige Elternabende. Schulen und Experten sollen gemeinsam aufklären. Bewusster Umgang mit dem Smartphone steht im Zentrum.

Schulen in der Pflicht

Datenschutzrichtlinien sollen überprüft werden. Kinderschutz müsse oberste Priorität haben. Neue digitale Anwendungen sollen nur nach klarer Risikoabwägung eingesetzt werden.

Angestrebt wird zudem eine möglichst smartphonefreie Schule. Klare Regeln und Sanktionen sind vorgesehen. Studien zeigen laut Motion, dass bereits eine Reduktion der täglichen Nutzung um 20 bis 30 Minuten positive Effekte haben kann.

Soziale Medien sollen auf Schulgeräten während der Unterrichtszeit gesperrt sein. Lehrpersonen könnten Inhalte gezielt freigeben. Zudem sollen Mediensprechstunden an allen Schulen eingeführt werden.

Wo nötig, sollen Vorschriften gesetzlich verankert werden. Auch Verbote werden nicht ausgeschlossen. Schulamt soll verbindliche Regeln für die Nutzung von Schulgeräten erarbeiten. Eltern müssten diese mittragen.

werbung_3
Fehler gefunden?