Vorsteher Hasler fordert neue Lösungen gegen den täglichen Stau

Vorsteher Johannes Hasler

Vorsteher Johannes Hasler im Interview mit Gregor Meier

Der Verkehr im Unterland strapaziert seit Jahren die Nerven von Einwohnern, Pendlern und Durchreisenden. Johannes Hasler, Vorsteher von Gamprin, schildert im Interview seine Sicht zur wachsenden Verkehrsbelastung im Unterland. Anlass ist ein gemeinsames Schreiben der Gemeinden Gamprin und Eschen an die Regierung mit dem Ziel, kurzfristige Entlastungen am Knoten Bendern-Haag auf Schweizer Seite und am Rheinübergang zu prüfen.

Die Stausituation am Rheinübergang hat sich verschärft“, sagt Johannes Hasler. Der Vorsteher von Gamprin spricht von einer neuen Qualität. Früher gab es Engpässe vor allem zu den Stosszeiten. Heute stockt der Verkehr zum Teil schon tagsüber. Die vermutete Ursache: Ampelanlagen auf Schweizer Seite, die den Fluss stoppen.

Komplexe Zuständigkeiten

Die Situation am Rheinübergang gestaltet sich kompliziert. Verschiedene Akteure sind involviert: der Kanton St. Gallen und das Bundesamt für Strassen (Astra), wenn es um den Autobahnbereich geht.

Die Gemeinden Eschen und die Gemeinde Gamprin sehen raschen Handlungsbedarf. Kurzfristige Verbesserungen erscheinen möglich. Das Schreiben an die Regierung soll die Problemlage klar aufzeigen. Gleichzeitig will man der Regierung den Rücken stärken – für die Gespräche mit den Behörden in der Schweiz.

Der Kanton St. Gallen verwaltet die Kantonsstrassen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) in Bern ist für den Bereich bei der Autobahn zuständig. Liechtenstein ist somit auf den Goodwill der Behörden in der Schweiz angewiesen.

Konkret nennt Hasler drei Punkte: Die erste Forderung betrifft die Ampelanlage am Knoten Haag. Die Gemeinden regen eine Überprüfung und neue Programmierung an. Zudem sollen die kurzfristigen Möglichkeiten für eine Verbesserung des Knotens auf Schweizer Seite geprüft und die Infrastruktur optimiert werden.

Ein dritter Punkt sieht vor, dass das Leitprojekt der Langsamverkehrsbrücke aus dem Mobilitätskonzept 2030 vorzuziehen. Hierdurch wäre möglicherweise eine dritte Spur auf der Rheinbrücke in Richtung Haag möglich. Hasler meint, dass hierdurch möglicherweise schon auf der Rheinbrücke in nördliche Richtung auf die Autobahn eingespurt werden könnte, ohne die Ampelanlage zu belasten.

„Wenn man die Langsamverkehrsbrücke vorzieht, wäre gemäss Mobilitätskonzept 2030 eine dritte Spur auf der Rheinbrücke allenfalls möglich“

Johannes Hasler

Gemeinden handeln im eigenen Rahmen

Hasler weiss, dass der Regierung und unseren Behörden die Situation bekannt ist. Das Schreiben soll ihnen helfen, in der Schweiz aktiv zu werden. Für die Gemeinden selbst sind die Möglichkeiten auf Schweizer Seite noch begrenzter und liegen nicht in deren Zuständigkeit.

Gegen den Ausweichverkehr durch die Quartierstrassen können Gemeinden begrenzt vorgehen. Beispielsweise durch Tempo-30-Zonen, welche die Attraktivität solcher Routen mindern sollen und Anwohnerinnen und Anwohner schützen.

«Dadurch wird der Durchgangsverkehr nicht weniger. Er verlagert sich jedoch wieder vermehrt auf die Hauptstrasse wo er hingehört«, räumt Hasler ein. Bessere Anbindungen im öffentlichen Verkehr und eine Verschiebung beim Modal Split brauchen Zeit. Die Gemeinden unterstützen, beispielsweise mit der Subvention der LIEmobil-Jahresabos. So leisten sie ihren Beitrag, damit weniger Fahrten mit dem Auto stattfinden.

Bahnsperre und Stadttunnel

Die geplante Sperrung der Bahnstrecke im Sommer könnte gemäss Landesspiegel zu einer zusätzlichen Belastungsprobe werden. Zwar hat Gamprin keinen Bahnhalt, trotzdem kann eine temporäre Auswirkung auf die Verkehrssituation nicht ausgeschlossen werden. Auch hier sieht Hasler die Zuständigkeit beim Land.

Ein weiteres Zukunftsthema ist der Stadttunnel. Dieser verkürzt die Strecke zwischen Schweizer und österreichischer Autobahn. Konkrete Massnahmen seitens des Landes stehen aktuell noch aus. Die Verkehrszahlen und die mögliche Verschiebung wurden vom Land erhoben. Konkrete Massnahmen stehen noch aus.

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