Regierungschefin Haas über Liechtensteins Beitrag zur globalen Sicherheit
Regierungschefin Brigitte Haas bei der Münchner Sicherheitskonferenz | Foto: Gregor Meier
Die Münchner Sicherheitskonferenz zieht jedes Jahr die Staats- und Regierungschefs, Aussen und Verteidigungsminister aus der ganzen Welt nach Bayern. Auch Liechtenstein ist dieses Jahr mit einer grossen Delegation vertreten. Regierungschefin Brigitte Haas spricht im Interview über Chancen für den Kleinstaat, den Umgang mit den USA und warum Grösse keine Rolle spielt.
Hybride Gefahren machen vor keinem Staat Halt, betonte Haas. Besonders wertvoll erwies sich der Erfahrungsaustausch mit anderen Ländern. Man könnte vermuten, Grösse spiele bei der Bewältigung solcher Bedrohungen eine Rolle. Die Konferenz zeigte jedoch: Verschiedene Faktoren greifen ineinander, oft auf unerwartete Weise.
Haas verwies auf die laufende Arbeit an einer nationalen Sicherheitsstrategie. Regierung und Verwaltung treiben diese voran. „Umso wichtiger ist unsere Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz“, sagte sie. Der direkte Austausch mit anderen Staaten helfe, aktuelle Risiken besser zu verstehen.
Die Erwartungen der Regierungschefin sind klar: zu sehen, wie andere Staaten mit den Bedrohungen umgehen. In einem kleinen Staat hat man manchmal das Gefühl, Sicherheit hätte etwas mit Grösse zu tun, räumt sie ein. Doch das täuscht. Die Gefahren greifen ineinander, oft unerwartet. „Da konnten wir sehr viel lernen.“
Ein Treffen mit der Leiterin eines europäischen Zentrums zu hybriden Bedrohungen bringt die Erkenntnis: Auch kleinere Staaten finden Partnerschaften und können im direkten Gespräch Wege öffnen. Weiterbildungen, Austauschprogramme – alles möglich, wenn man sich trifft.
Gespräche mit Verteidigungsministern folgen. Liechtenstein pflegt enge Nachbarschaften zur Schweiz und Österreich. Doch für die Regierungschefin stellt sich die Frage: „Was tuen die Staaten, die Nachbarn haben, die nicht so freundlich sind?“ Estland und Lettland nennt sie als Beispiele. Diese Länder wissen, wie man eine Bevölkerung resilient macht, wie man Zusammenhalt stärkt.
Die Beziehung zwischen USA und Europa dominiert die Konferenz. Die Partnerschaft mit den USA bleibt für Liechtenstein zentral – wirtschaftlich und wertepolitisch. „Wir sind Teil der westlichen Welt, die sehr viel Werte teilt“, betont Haas.
Die Rede von US-Aussenminister Rubio unterscheidet sich für Haas markant zu den Ausführungen von Vizepräsident Vance Vorjahr. „We are a child of Europe“, zitiert Haas den Aussenminister wörtlich. Die USA betonen ihre Wurzeln. Doch gleichzeitig zeichnet sich ein Wandel ab. Die USA konzentrieren sich auf ihre Interessen, stärken sich gegen unerwünschte Kräfte.
„Indem wir die Terrorismusfinanzierung bekämpfen können wir zur Sicherheit in der Welt beitragen.“
Regierungschefin Brigitte Haas
Der diesjährige „Elefant im Raum“ ist für Haas auch eine Anspielung auf die Frage: Wie geht Europa mit den USA um, wenn die Zeiten rau werden? Haas sieht die Sicherheitskonferenz als Brücke, um gemeinsam stärker zu werden.
Ihr Wunsch bleibt bescheiden, aber klar: Verlässlichkeit. „Wir sind wie ein verlässlicher Partner in dieser Welt“, sagt sie. Liechtenstein unterstützt Initiativen, trägt bei – im Bereich Werte, Stabilität, Finanzsicherheit.
Zusammenarbeit macht stark. Das Ziel bleibt ehrgeizig: „Dass wir miteinander arbeiten können, miteinander ein starkes Europa sind und einen Beitrag zum Weltfrieden leisten“, resümiert Haas.

