Landesspital – «Zu viele Mängel und Unvollständigkeiten»

Regierungsräte Daniel Oehry und Emanuel Schädler

Regierungsräte Daniel Oehry und Emanuel Schädler präsentieren den Regierungsbeschluss zum weiteren Vorgehen beim Neubau Landesspital | Foto: Gregor Meier

Um das stockende Projekt wieder auf Kurs zu bringen, zieht die Regierung nun die Reissleine: Die Stabstelle für staatliche Liegenschaften übernimmt ab sofort die Federführung bei den weiteren Planungen. Das Landesspital selbst bleibt als künftiger Nutzer beratend eingebunden, gibt die operative Verantwortung jedoch ab.

Gesundheitsminister Emanuel Schädler und Infrastrukturminister Daniel Oehry präsentieren in einer Medienkonferenz den Regierungsbeschluss und wie es weiter geht.

Analyse bis Herbst 2026

Eine neue Studie soll bis Herbst 2026 klären, ob und wie die festgestellten Planungsmängel behoben werden können. Parallel dazu wird eine Objektstrategie für das Wille-Areal erarbeitet, die Fragen zur Parzellennutzung sowie zur mittel- und langfristigen Weiterentwicklung der einzelnen Baukörper auf dem Areal beantworten soll.

Emanuel Schädler

«Zu viele Mängel und Unvollständigkeiten»

Regierungsrat Emanuel Schädler

Als Beispiel nennt Regierungsrat Oehry die Gebäudetechnik HLKS. Der Detailierungsgrad der gesamten Gebäudetechnikplanung HLKS sein nicht auf dem Stand eines Vorprojekts. Daher sei eine Kostenschätzung in diesem Bereich nicht möglich.

Daniel Oehry

«Das Vorprojekt muss abgeschlossen werden»

Regierungsrat Daniel Oehry

Aktuell würde man auf eines halbfertigen Layouts aufbauen. Das Projekt müsse optimiert werden, erklärte Oehry. Das Volk habe 90 Mio. bewilligt. Jetzt müsse man klären, ob man das Landesspital für dieses Geld bauen könne, sagte er. Schädler sieht Einsparungspotential beispielsweise bei der Einbindung des Gebäudes in das Umfeld.

«4.7 Mio. wurden bereits verbraucht – das sind 5% der Bausumme»

Regierungsrat Daniel Oehry

Die Regierung will jetzt die Bauherrschaft übernehmen und Experten ins Boot holen. Es brauche Fachplaner, die dieses Layout optimieren und Lösungen aufzeigen. Dann könne man eine Kostenplanung machen. Die suboptimalen Punkte müssen behoben werden, erklärte Oehry.

«Meine Vorgänger waren der Meinung, die Mängel würden im Detailkonzept behoben», sagte Oehry. Er sehe das aber anders. Bereits am Ende des Vorprojekts müsse die Kostenplanung abgeschlossen werden.

Beim Eingangsbereich ist ein Gefälle von 6%. Das ist die maximal zulässige Steigung, erklärt Schädler als Beispiel. Dieses Risiko sei zu grosse.

Volksauftrag bleibt gültig

Trotz der Schwierigkeiten betont die Regierung, dass sich am grundsätzlichen Auftrag nichts geändert habe. Zwei Volksabstimmungen hatten der Regierung den Auftrag erteilt, das Projekt «Inspira» umzusetzen. Ob die getätigte Bestellung im Rahmen des gesprochenen Kredits realisierbar ist, wird die nun angestossene Analyse zeigen müssen.

Mit einer Fertigstellung rechnet Oehry aktuell im Jahr 2031. Wenn man aber im Herbst 2026 feststellen, dass es um 90. Mio nicht gebaut werden könne, rechnet er mit einer neuerlichen Volksabstimmung. Aber das sei nicht seine Strategie.

«Auf das Plakat beim Wille-Areal muss man eine andere Jahreszahl schreiben»

Regierungsrat Daniel Oehry

Für Schädler sei es wichtig, dass jetzt der «Worst Case» abgewendet worden sei. Wenn man jetzt mit dem Bau begonnen hätte und gesagt «Augen zu und durch», sieht er die Gefahr, dass es in der Folge zu massiven Kostenüberschreitungen gekommen wäre. Darum sei es besser, jetzt ein Jahr Bauzeitverzögerung in Kauf zu nehmen.

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