Startseite Leserbriefe Wer denkt beim eGD an Betagte und gesellschaftlich Benachteiligte?

Wer denkt beim eGD an Betagte und gesellschaftlich Benachteiligte?

Medikamente

Seit vielen Jahren sind wir in der Altenpflege tätig. Wir stellen uns die Frage, weshalb bei der
Digitalisierung so wenig Rücksicht auf Betagte und gesellschaftlich Benachteiligte
genommen wird? Ein Grossteil dieser Menschen ist mit der Digitalisierung überfordert.
Ist den Verantwortlichen bewusst, was derart rücksichtsloses Vorgehen beim Menschen zur
Folge haben kann? Man fühlt sich nutzlos, ausgeliefert und gerät immer mehr in
Abhängigkeit – wohlbemerkt in intimsten Bereichen des Lebens.

Besonders irritierend ist das Verhalten der Freien Liste, die in Bezug auf die Volkswahl ein
Nein für das Elektronische Gesundheitsdossier (eGD) ausgesprochen hat. Dadurch verlässt
diese Partei ihrer Werte. Digitalisierung ohne Rücksicht auf Verluste. Der Mensch scheint
zweitrangig zu sein. Werden Rücksichtslosigkeit und Diskriminierung salonfähig?

Senesuisse (Verband wirtschaftlich unabhängiger Alters- und Pflegeeinrichtungen Schweiz)
vertritt die Meinung, dass für die Erstellung eines Elektronischen Patientendossiers eine
ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Patienten erforderlich ist. «Auch kognitiv
eingeschränkte Menschen haben ein Recht auf Schutz der Persönlichkeit, selbst bei
Urteilsunfähigkeit: Ohne deren ausdrücklicher Einwilligung muss es bei der bereits heute
bestehenden Dokumentation in den Betrieben bleiben; es darf nicht einfach zusätzlich die
Führung eines EPD ohne deren Willen entschieden werden (durch wen auch?).»
Nachdem wir täglich für betagte Menschen im Einsatz sind, setzen wir mit diesem Leserbrief
ein Zeichen gegen Diskriminierung. Wir empfehlen ein Ja zur eGD-Gesetzesänderung bei
der Wahl am 21. Januar 2024.

Ramona Beck, Wiesengass 35a, Schaan
Elvira Beck, Tristelstrasse 12, Triesenberg
Sabrina Matt, Nolla 10, Schellenberg
Ingrid Tiefenthaler, Burkatstrasse 9, Triesenberg

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