«Wirtschaftswunder»: Wenn Rechts-Libertäre den Abend retten

Gesundheit

Symbolbild für den Leserbrief. Das Bild stammt von der Redaktion, nicht von der Leserbriefschreiberin

Im Vorjahr schrieb ich, Sebastian Kurz habe den Abend gerettet und sich gegen die Angriffe seines Interviewers behauptet. Dieses Jahr bewahrte der in Lugano lebende deutsche Investor Christian Angermayer das «Wirtschaftswunder» unter dem Motto «Gegen den Strom» vor dem Schiffbruch. Ob das Konzept linker Belehrungen noch trägt? Die freien Plätze nach dem schwachen Jahr 2025 waren unübersehbar.

Der Reihe nach:

Roger de Weck entpuppte sich mit seiner Keynote über den Konservatismus als trojanisches Pferd. Die zentralistisch-autoritären Tendenzen der EU ignorierte er geflissentlich, um sich zunehmend als Hohepriester der Deutungshoheit und Hüter der Brandmauer gegen rechte Parteien zu inszenieren.

Sibylle Berg brachte ihren Moderator Philipp Theisohn mit, um ihre kommunistische Dystopie als Utopie zu verkaufen. Zuvor war Theisohn auf den grippal erkrankten, digital zugeschalteten Boris Palmer losgelassen worden. Er beanspruchte mehr Redezeit als sein Gast. Ein Totalausfall, an Palmer lag es nicht. Theisohn wirkte am Abend schon bei der Suche nach einer tiefsinnig anmutenden Sitzposition überfordert.

Angermayer schlug den Bogen von einem Markt für Dinosaurierfossilien über bewusstseinserweiternde, therapeutische Pilze und ihren möglichen Einfluss auf die Entstehung von Religionen bis zu KI, einer Welt mit weniger menschlicher Arbeit und Parallelen zur industriellen Revolution vor dem Ersten Weltkrieg. Sein Schlussappell: In den nächsten zehn Jahren möglichst nicht sterben, um vom Fortschritt der Longevity-Forschung zu profitieren und bis ins hohe Alter selbstbestimmt zu leben. Der Verzicht auf Alkohol wegen seiner gesundheitlichen und gesellschaftlichen Schäden gehörte ausdrücklich dazu.

Kai Baumgartner, Triesen