Efta und Vietnam unterzeichnen Freihandelsabkommen
Regierungschefin Brigitte Haas hat am Sonntag in Hanoi für Liechtenstein das Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und Vietnam unterzeichnet. Damit endet ein langer Weg: Die Verhandlungen waren bereits 2012 aufgenommen worden, wurden aber erst im September 2025 wieder in Gang gebracht. Anfang Juli 2026 gaben beide Seiten den Abschluss der Gespräche bekannt.
Neben Haas setzten für die Efta der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, die norwegische Staatssekretärin Astrid Bergmål und die isländische Aussenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir ihre Unterschrift unter das Abkommen. Für Vietnam unterzeichnete Industrie- und Handelsminister Lê Mạnh Hùng. Bei der Zeremonie anwesend war auch Tô Lâm, Generalsekretär der Kommunistischen Partei und Staatspräsident Vietnams.
Zölle werden abgebaut
Das Abkommen regelt neben dem Warenhandel auch Dienstleistungen, Investitionen, Ursprungsregeln, technische Handelshemmnisse, den Schutz des geistigen Eigentums, das öffentliche Beschaffungswesen sowie Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Zudem enthält es ein eigenes Kapitel zu kleinen und mittleren Unternehmen.
Kernstück ist der Zollabbau. Mit Inkrafttreten des Abkommens schaffen die Efta-Staaten sämtliche Zölle auf Industrieprodukte sowie auf Fisch und andere Meereserzeugnisse aus Vietnam ab. Vietnam baut im Gegenzug die Zölle auf den grössten Teil der Industrie- und Fischereiprodukte aus den Efta-Staaten ab – schrittweise, innerhalb von höchstens elf Jahren.
Vietnam mit deutlichem Überschuss
Der Handel zwischen den Efta-Staaten und Vietnam ist in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen. 2025 belief er sich auf 4,8 Milliarden Euro. Vietnam erzielte dabei einen Handelsüberschuss von 2,5 Milliarden Euro – zehn Jahre zuvor waren es noch 0,5 Milliarden Euro gewesen. Der Schweizer Goldhandel ist in diesen Zahlen nicht enthalten.
Die Efta-Staaten lieferten 2025 vor allem elektrische Maschinen, Fisch, pharmazeutische Produkte und Maschinen nach Vietnam. In die umgekehrte Richtung gingen hauptsächlich elektrische Maschinen, Schuhe und Bekleidung sowie Maschinen. Die Einfuhren in diesen Kategorien wuchsen in den letzten zehn Jahren im Schnitt um jeweils mehr als zehn Prozent pro Jahr.
