AHV: Die unangenehme Wahrheit

Gesundheit

Symbolbild für den Leserbrief. Das Bild stammt von der Redaktion, nicht von der Leserbriefschreiberin

Das neue Gutachten zur AHV zeigt klaren Finanzierungsbedarf, über den der Landtag im November debattiert. Die einfachste Lösung scheint mehr Steuergeld vom Staat zur AHV zu sein. Jedoch, weil die meisten Rentner im Ausland wohnen, fliesst ein Drittel dieses Geld ins Ausland. Andererseits sollte die steigende Lebenserwartung durch längeres Arbeiten und nicht durch zusätzliche Steuern ausgeglichen werden. Höhere AHV-Lohnbeiträge binden In- und Ausländer gleichermassen zur Finanzierung der AHV ein, schaden aber langfristig unserer Attraktivität als Wirtschaftsstandort.

Ein zentraler Fakt muss bei dieser Debatte beachtet werden: Rund zwei Drittel der AHV-Bezüger wohnen im Ausland. Dies anzusprechen hat nichts mit Missgunst zu tun, sondern ist eine Realität, die nüchtern einzukalkulieren ist. Im Falle einer langanhaltenden wirtschaftlichen Flaute, bei der die Zahl der aktiven Grenzgänger und damit die Anzahl Beitragszahler sinkt, braucht die AHV ein starkes finanzielles Fundament. Es muss vorausschauend sichergestellt sein, dass die AHV allen, die in unserem Land gearbeitet und Beiträge geleistet haben, ihre Rentenansprüche auch künftig verlässlich erfüllen kann. Dies muss auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewährleistet sein, ohne dass der Staat dadurch in eine finanzielle Schieflage gerät. Der Vermögensabbau bei der AHV muss verzögert werden, bevor die Sache in Zukunft zur fast unbezahlbaren Last für die Bevölkerung wird.

Die Regierung schlägt ein Paket aus einer leichten Erhöhung des Staatsbeitrags, ein schrittweises höheres Rentenalter und höhere Lohnbeiträge vor. Doch das reicht nicht, um die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve zu sichern. Es braucht zusätzlich einen Zuschuss von 100 Mio. Franken aus dem Steuergeld in die AHV. Die Wahrheit ist unangenehm. Aber wer jetzt wegschaut, bürdet vielleicht den Berufstätigen in den 2040er-Jahren eine massive finanzielle Last auf. Der Landtag muss eine Lösung für Jung und Alt finden, sonst droht ein Referendum.

Herbert Elkuch
Platte 44
9488 Schellenberg