Schweizer Konsumenten bleiben pessimistisch

Brunnen in Zürich

Die Stimmung der Schweizer Konsumenten hat sich im September erneut eingetrübt. Der Index der Konsumentenstimmung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) sank auf -35,8 Punkte, nachdem er im August noch bei -32,8 Punkten gelegen hatte. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das Niveau praktisch unverändert: Im September 2025 hatte der Wert -36,5 Punkte betragen.

Mehr Zuversicht für die Wirtschaft, weniger für das eigene Budget

Hinter dem stabilen Gesamtwert verbergen sich gegenläufige Entwicklungen. Die Befragten blicken deutlich weniger skeptisch auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung als vor einem Jahr. Der entsprechende Teilindex stieg von -53,0 auf -42,5 Punkte.

Bei den eigenen Finanzen sieht es dagegen schlechter aus. Die Einschätzung der vergangenen finanziellen Lage fiel von -40,0 auf -42,3 Punkte, jene der erwarteten finanziellen Lage von -28,4 auf -31,0 Punkte. Auch grössere Anschaffungen halten die Haushalte für weniger angebracht als im Vorjahr. Dieser Teilindex sank von -24,8 auf -27,3 Punkte.

Konsum hält trotzdem an

Die Stimmung liegt seit dem Krieg in der Ukraine und der Energiekrise von 2022 auf tiefem Niveau. Laut SECO-Ökonom Ronald Indergand ist die Schweiz in den vergangenen Jahren nie mehr in ruhigere Fahrwasser gekommen, wie er gegenüber SRF sagte. Die Teuerung sei historisch betrachtet zwar nicht aussergewöhnlich, nach einem Jahrzehnt mit geringer Inflation seien die Menschen steigende Preise aber nicht mehr gewohnt. Bisher konsumieren die Haushalte dennoch weiter. Indergand schliesst allerdings nicht aus, dass die Kauflust irgendwann nachlässt.

Das SECO befragt für den Index jeden Monat online Personen ab 16 Jahren in der Schweiz, zuletzt 2408 Teilnehmer. Die Daten reichen bis ins Jahr 1972 zurück. Die nächsten Zahlen für den Oktober veröffentlicht das SECO voraussichtlich am 6. November.