Hochbautenbericht 2027: Land investiert 47.4 Millionen Franken in Neubauten

Jonas Hasler, Leiter SSL und Regierungsrat Daniel Oehry

Jonas Hasler, Leiter SSL und Regierungsrat Daniel Oehry

Das Land Liechtenstein will im kommenden Jahr 47.4 Millionen Franken in Neubauten und grössere Umnutzungen investieren. Den grössten Posten macht das neue Schulzentrum Unterland II in Ruggell aus: Für den Bau sind im Landesvoranschlag 2027 26 Millionen Franken eingestellt, für die Ausstattung weitere 2 Millionen Franken. Die Regierung hat den Hochbautenbericht 2027 in ihrer Sitzung vom 6. Oktober genehmigt und dem Landtag überwiesen. Heute stellten Infrastrukturminister Daniel Oehry und Jonas Hasler, Leiter der Staatsstelle staatliche Liegenschaften den Bericht den Medien vor.

Ein Portfolio im Wert von 851 Millionen Franken

Der Hochbautenbericht wird jährlich zuhanden des Landtags verabschiedet und gibt Auskunft über das Immobilienportfolio der Landesverwaltung sowie über die Kredite, die für Planung, Bau und Bewirtschaftung der Verwaltungs-, Schul- und Kulturgebäude beantragt werden. Mit Stand 1. Januar 2026 bewirtschaftet das Land 105 Bauten und Anlagen im In- und Ausland. 59 davon gehören dem Land, 6 Objekte stehen im Baurecht, 40 Gebäude sind gemietet. Die landeseigenen Immobilien haben einen Wert von rund 851 Millionen Franken.

Oehry machte an der Medienorientierung deutlich, dass es beim Immobilienportfolio nicht nur um sehr viel Geld gehe, sondern auch um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Landesverwaltung. Gemessen werde die Bewirtschaftung unter anderem daran, ob die Kennzahlen im Griff seien – etwa der Energieverbrauch für Heizung, Strom und Wasser. Das sei grundsätzlich der Fall.

Im Schulbereich stehen im kommenden Jahr gleich zwei Abschlüsse an. Das Schulzentrum Unterland II in Ruggell soll im Sommer 2027 in Betrieb gehen. Bereits im Frühling soll beim Schulzentrum Mühleholz in Vaduz der letzte Erweiterungsbau bezogen werden können. Für das Schulzentrum Mühleholz I sind im Voranschlag 2027 noch 1.4 Millionen Franken vorgesehen.

Mehr Eigentum, weniger Miete

Bei den Verwaltungsgebäuden verfolgt das Land das Ziel, Mietverhältnisse abzubauen und den Eigentumsanteil im Portfolio zu stärken. Das erste Dienstleistungsgebäude der Landesverwaltung in Vaduz ist laut Hasler bereits erfolgreich in Betrieb. Die Planungen und Vorbereitungen für ein zweites Dienstleistungsgebäude im Zentrum von Vaduz laufen.

Das wichtigste Projekt bei den Kulturbauten ist die Umnutzung des Post- und Verwaltungsgebäudes in Vaduz für die Liechtensteinische Landesbibliothek. Dafür sind 2027 10.5 Millionen Franken budgetiert. Für den Neubau des Landesspitals in Vaduz sind 7.5 Millionen Franken eingestellt.

Planung, Unterhalt und Betrieb

Für die strategische Planung künftiger Hochbauprojekte stehen im generellen Hochbauplanungskredit 1.5 Millionen Franken zur Verfügung. Mit dem Geld werden Bauvorhaben in einer frühen Phase auf ihre Notwendigkeit und Machbarkeit geprüft. Ebenfalls aus diesem Kredit finanziert werden Abklärungen zu Photovoltaikanlagen auf bestehenden Landesbauten, die Umstellung auf LED-Beleuchtung, die Digitalisierung bestehender Gebäude sowie Nutzungs- und Betriebskonzepte für Neubauten.

Für Erneuerungen, Umbauten, Erweiterungen und Sanierungen der bestehenden Hochbauten sind 9.3 Millionen Franken vorgesehen. Die Betriebskosten schlagen mit 12.3 Millionen Franken zu Buche, die Mieten mit 7.5 Millionen Franken. Hinzu kommen Subventionen von insgesamt 5.7 Millionen Franken, insbesondere für den Neubau des Pflegeheims Haus St. Fridolin in Ruggell durch die Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe (LAK).

Photovoltaik, LED und mehr Grün

Bei der Bewirtschaftung orientiert sich das Land an den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Im Vordergrund stünden dabei Qualität und Langlebigkeit der Bauten sowie ein schonender Umgang mit Ressourcen und eine hohe Energieeffizienz, erklärte Hasler.

Konkret sollen im kommenden Jahr weitere bestehende Gebäude auf LED-Beleuchtung umgerüstet und mit eigenen Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Den selbst produzierten Strom könne die Landesverwaltung weitgehend direkt selbst nutzen. Bei der Wärme sind an mehreren Gebäuden Umstellungen der Heizungen geplant, um Emissionen und Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Zudem sei per 1. Oktober der Biogasanteil erhöht worden.

Auch die Biodiversität ist ein Thema. Als Beispiel nannte Hasler das Schulzentrum Unterland I in Eschen, wo mit neuen Pflanzen und vernetzten Grünflächen ein Beitrag zur Artenvielfalt geleistet werden soll. Als weiteren Bestandteil eines nachhaltigen Immobilienmanagements nannte er schliesslich die Sicherheit der Gebäude und der Menschen, die darin arbeiten.