Linie 40: Triesen verlangt Geld vom Land
Die Buslinie 40 zwischen Triesen und Vaduz wird für die Gemeinde Triesen deutlich teurer. Für das Fahrplanjahr 2027 liegt ihr ein Angebot von LIEmobil über 295’000 Franken inklusive Mehrwertsteuer vor. 2026 kostete die Linie rund 210’000 Franken – das Plus beträgt damit 85’000 Franken oder rund 40,5 Prozent. Der Gemeinderat fordert deshalb von der Regierung eine verbindliche und angemessene finanzielle Beteiligung des Landes.
Gleichzeitig wird die Linie stärker genutzt. Im laufenden Jahr wurden bisher 41’475 Einsteiger gezählt, im Vorjahr waren es 31’520. Die Gemeinde spricht von einer Zunahme um rund 31 Prozent innerhalb eines Jahres. Das zeige, dass die Linie einem klaren Bedürfnis der Bevölkerung entspreche, schreibt der Gemeinderat. Sie fördere den öffentlichen Verkehr und stehe im Einklang mit den Zielen der Mobilitätsstrategie des Landes.
Neue Ausschreibung treibt den Preis
Hinter dem Kostensprung steht eine Neuausschreibung. Die Gemeinde anerkennt, dass der Auftrag neu ausgeschrieben werden musste und der Angebotspreis vom Ergebnis dieser Ausschreibung abhängt. Eine Steigerung in dieser Höhe könne sie aber nicht dauerhaft alleine tragen – schon gar nicht bei einer Linie, deren Nutzung derart zugenommen habe.
Zudem verweist Triesen darauf, dass die Linie 40 ausschliesslich auf Landesstrassen verkehrt und damit ins öffentliche Verkehrsnetz des Landes eingebunden ist. Dieser Umstand sei bei der Frage der Finanzierung angemessen zu berücksichtigen.
Verweis auf Schellenberg–Ruggell
In der Mitteilung erwähnt der Gemeinderat auch den Entscheid des Landes, die direkte Verbindung zwischen Schellenberg und Ruggell wieder aufzunehmen und zu finanzieren. Diesen Entscheid stelle man nicht infrage. Bei vergleichbaren Angeboten stelle sich aber die Frage nach einer nachvollziehbaren Beurteilung. Triesen erwartet, dass auch bei der Linie 40 sachliche Kriterien und die Bedeutung des Angebots angemessen berücksichtigt werden.
Frist bis Ende Jahr
Die Regierung hat laut Gemeinde erklärt, die Ausgestaltung des Grundangebots und die damit verbundenen Finanzierungsfragen prüfen zu wollen. Triesen erwartet, dass diese Prüfung zeitnah erfolgt und zu konkreten Ergebnissen führt.
Konkret fordert der Gemeinderat die Regierung und den Verkehrsminister auf, die finanzielle Beteiligung des Landes an der Linie 40 umgehend zu prüfen. Bis spätestens Ende 2026 soll die Gemeinde verbindlich erfahren, ob und in welchem Umfang sich das Land ab 2027 beteiligt. Gemeinsam mit der Gemeinde soll zudem eine faire, transparente und langfristige Finanzierungslösung vereinbart werden.
Triesen sei bereit, Verantwortung für ein gutes und leistungsfähiges ÖV-Angebot zu übernehmen, heisst es in der Mitteilung. Die Linie 40 bei stark steigenden Kosten dauerhaft alleine zu finanzieren, sei die Gemeinde jedoch nicht bereit.
