Schweiz: Arbeitslosigkeit stabil, aber deutlich höher als vor einem Jahr
Auf den ersten Blick bewegt sich am Schweizer Arbeitsmarkt wenig: Die Arbeitslosenquote verharrte im September bei 3,0 Prozent. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeichnet jedoch ein anderes Bild. Mit 140’480 Arbeitslosen waren 7’247 Personen mehr ohne Stelle als im September 2025, ein Plus von 5,4 Prozent. Das geht aus den neusten Zahlen hervor, die das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Dienstag veröffentlicht hat.
Gegenüber dem August ging die Zahl der Arbeitslosen um 1’064 Personen oder 0,8 Prozent zurück. Saisonbereinigt sank sie um 475 auf 147’411, die bereinigte Quote blieb bei 3,1 Prozent.
Ältere Arbeitnehmer stärker betroffen
Besonders deutlich fällt der Anstieg im Jahresvergleich bei den 50- bis 64-Jährigen aus. Ihre Zahl lag im September bei 38’482 und damit um 2’291 Personen oder 6,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat sank sie leicht um 201 Personen. Die Arbeitslosenquote der Älteren betrug 2,6 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im August.
Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren ging die Arbeitslosigkeit innert Monatsfrist um 332 auf 14’346 Personen zurück, die Quote sank auf 3,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind aber auch hier 485 Personen mehr betroffen, ein Plus von 3,5 Prozent.
Mehr Stellensuchende und mehr Aussteuerungen
Auch die Zahl der Stellensuchenden, die über jene der Arbeitslosen hinausgeht, stieg im September leicht um 344 auf 227’592 Personen und liegt damit um 13’842 oder 6,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Stellensuchendenquote blieb bei 4,8 Prozent, saisonbereinigt bei 5,0 Prozent.
Zugenommen hat auch die Zahl jener, die keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung mehr haben. Im Juli wurden 2’990 Personen ausgesteuert, 254 mehr als im Juni. Diese Zahlen veröffentlicht das SECO wegen der Auszahlungspraxis der Arbeitslosenkassen erst mit zwei Monaten Verzögerung, sie können sich zudem noch verändern.
Deutlich mehr offene Stellen
Gleichzeitig suchen die Unternehmen mehr Personal als vor einem Jahr. Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren im September 44’199 offene Stellen gemeldet, 466 mehr als im August und 6’827 oder 18,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Rund zwei Drittel davon, nämlich 29’251 Stellen, unterliegen der Meldepflicht.
Kaum Bewegung gibt es bei der Kurzarbeit. Im Juni waren 8’339 Personen davon betroffen, 84 weniger als im Mai. Die Zahl der betroffenen Betriebsabteilungen stieg dagegen um 35 auf 638. Auch diese Angaben sind vorläufig: Das SECO weist sie mit drei Monaten Verzögerung aus, zu diesem Zeitpunkt sind erfahrungsgemäss rund drei Viertel der abgerechneten Kurzarbeit erfasst.

