AfD siegt in Mecklenburg-Vorpommern, Linke gewinnt Berlin
Bei den beiden Wahlen in Deutschland zeichnen sich am Sonntagabend deutliche Verschiebungen ab. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD erstmals vorn, in Berlin wird die Linke stärkste Kraft. Beide Ergebnisse sind Zwischenstände, die Auszählung läuft noch.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD vor der SPD
Nach Auszählung von 1.934 der 1.974 Wahlbezirke kommt die AfD laut Landeswahlleitung auf 38,6 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit 35,3 Prozent. Der Stand datiert von 21.51 Uhr.
Dahinter wird es eng: Die Linke erreicht 6,5 Prozent, die Grünen 5,6 Prozent. CDU und BSW liegen mit je 4,8 Prozent unter der Fünfprozenthürde – bei der CDU trennen die beiden Parteien nur gut hundert Stimmen. Damit steht der Wiedereinzug der CDU in den Schweriner Landtag auf der Kippe. 2021 hatte sie noch 13,3 Prozent geholt. Die FDP kommt auf 1,0 Prozent.
Spitzenkandidat der AfD war Leif-Erik Holm, der das Amt des Ministerpräsidenten anstrebt. Für eine Alleinregierung reicht das Ergebnis nicht. Die bisherige Koalition aus SPD und Linken verfügt über keine Mehrheit mehr; rechnerisch käme ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen in Frage. Schwesig kündigte noch am Abend an, ihre Arbeit als Ministerpräsidentin fortsetzen zu wollen. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters sprach von einem katastrophalen Ergebnis für seine Partei.
Die Wahlbeteiligung stieg deutlich an und liegt im Zwischenstand bei 76,6 Prozent, gegenüber 70,8 Prozent vor fünf Jahren.
Berlin: Linke erstmals an der Spitze
In der Hauptstadt wurde nicht ein Landtag, sondern das Abgeordnetenhaus gewählt. Dort liegt die Linke nach Auszählung von 3.807 der 4.114 Wahlbezirke bei 25,7 Prozent der Zweitstimmen – ein Zuwachs von 13,5 Prozentpunkten. Der Stand datiert von 21.52 Uhr.
Die bisher regierende CDU verliert 9,4 Punkte und fällt auf 18,8 Prozent. Die AfD legt auf 16,0 Prozent zu, die Grünen kommen auf 14,4 Prozent. Die SPD stürzt auf 12,1 Prozent ab und verliert 6,3 Punkte. Das BSW liegt mit 4,7 Prozent knapp unter der Fünfprozenthürde, die FDP erreicht 2,5 Prozent.
Damit hat die bisherige Koalition aus CDU und SPD ihre Mehrheit verloren. In Frage kommen nach derzeitigem Stand nur Dreierbündnisse. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach räumte die Niederlage am Abend ein und bezeichnete den Tag als Zäsur für seine Partei.
Auch in Berlin stieg die Wahlbeteiligung kräftig: Sie liegt im Zwischenstand bei 73,5 Prozent, 10,6 Punkte höher als bei der Wahl zuvor.
Doppelte Niederlage für die CDU
Für die CDU fallen beide Ergebnisse ungünstig aus – in Berlin ein zweistelliger Verlust, in Mecklenburg-Vorpommern der mögliche Verlust aller Mandate. Parteichef Friedrich Merz kündigte am Abend an, an seinem Reformkurs festzuhalten.
Das endgültige vorläufige Ergebnis wird in Berlin erst in der Nacht auf Montag erwartet.

