Zum letzten Mal «Ruine Frei» für The Princely Liechtenstein Tattoo

The Princely Liechtenstein Tattoo

Mit einem Kanonenschuss und dem gemeinsamen Ruf „Ruine frei“ hat am Donnerstagabend die letzte Show des „The Princely Liechtenstein Tattoo“ auf der Burgruine Schellenberg begonnen. Nach zehn Ausgaben und 14 Jahren geht damit eines der grössten Kulturereignisse des Landes zu Ende. Der endgültige Schlusspunkt folgt am Samstag um 11 Uhr mit der Princely-Tattoo-Parade im Vaduzer Städtle.

Getragen wurde der Anlass von Anfang an von Freiwilligen. Was mit fünf Helfern angefangen habe, sei heute ein Team von 160 Personen, sagte OK-Präsident Pascal Seger in seiner Abschiedsansprache. Über 7000 Stunden ehrenamtliche Arbeit stecken in dieser Ausgabe, viele Helfer beziehen dafür bis zu eine Woche Ferien. Auf der Bühne standen in diesem Jahr knapp 800 Musikanten, Tänzerinnen, Sänger und Künstler – deutlich mehr als die rund 300 Mitwirkenden einer gewöhnlichen Ausgabe. Gegen 8000 Besucher wurden über die drei Tage in Schellenberg und in Vaduz erwartet.

Das Tattoo war seit der ersten Ausgabe an die Burgruine gebunden: eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert, denkmalgeschützt, ohne feste Infrastruktur. Tribüne und Bühne mussten jedes Mal neu in das Gelände gebaut werden. Mit der Vorbereitung der nächsten Ausgabe begann das Organisationskomitee jeweils kurz nach der letzten.

„Ich hätte das nie gedacht“

Seger, der den Anlass 14 Jahre lang verantwortete, machte keinen Hehl daraus, dass er die Dimension des Projekts unterschätzt hatte. „Schon verrückt, was aus dieser am Anfang ganz kleinen Idee entstanden ist“, sagte er. „Das hätte ich wirklich nie gedacht.“ Hätte ihm jemand vorausgesagt, welche Arbeit auf der Ruine auf ihn zukommt, hätte er das Projekt womöglich gar nicht erst angepackt: „Es ist manchmal gut, wenn man nicht alles weiss, was auf einen zukommt. Es kann nämlich etwas Wunderbares dabei entstehen.“

Als Bilanz nannte er weniger die Zahlen als die Kontakte, die über die Jahre entstanden sind – zu Formationen aus ganz Europa, zu Helfern, zu Stammgästen. „Was bleibt, sind wunderbare Freundschaften, die weit über die Landesgrenzen hinausgehen“, sagte er, und das Bewusstsein, dass fast nichts unmöglich sei, wenn man etwas gemeinsam anpacke.

Der Schlusspunkt folgt in Vaduz

Ganz vorbei ist das Tattoo noch nicht: Am Samstag um 11 Uhr ziehen die Formationen ein letztes Mal zur Princely-Tattoo-Parade durch das Vaduzer Städtle. Sie findet seit 2019 dort statt und bringt die Musikkorps auch jenen näher, die keinen Platz auf der Tribüne ergattert haben.

Was danach kommt, ist offen. Der Trägerverein bleibt gemäss Seger vorerst bestehen; ob und in welcher Form es eine Nachfolge geben könnte, ist nicht entschieden. Für die Burgruine Schellenberg endet damit eine Zeit, in der sie jeden September für drei Abende zur grössten Bühne des Unterlandes wurde.

Fotogallerie vom 10. Princely Liechtenstein Tattoo

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