Regierung will Nachtragskredit für Wildtierunterführung in Nendeln

Daniel Oehry und Sabinie Monauni bei der Medieninformation in Nendeln

Daniel Oehry und Sabinie Monauni bei der Medieninformation in Nendeln | Foto: Gregor Meier

Die Regierung beantragt beim Landtag einen Nachtragskredit von CHF 900’000, um die geplante Wildtierunterführung Forst Nord an der Feldkircher Strasse zwischen Schaan und Nendeln umzusetzen. Nur mit dem Zusatzkredit für das laufende Rechnungsjahr lässt sich das Bauwerk ohne Verzögerung in die bereits laufende Gesamterneuerung der Feldkircher Strasse integrieren.

Für den Neubau der Unterführung werden Gesamtbaukosten von rund CHF 2,6 Mio. erwartet. Die im Jahr 2027 anfallenden Baukosten sollen über das ordentliche Budget 2027 beantragt werden, während der jetzt beantragte Nachtragskredit die Bauarbeiten bereits ab Herbst 2026 ermöglichen soll. Nur bei einem Baustart in diesem Herbst lässt sich die Wildtierunterführung ohne Auswirkungen auf den vorgesehenen Fertigstellungstermin 2027 in das laufende Strassenbauprojekt einbinden.

Zeitdruck als Grund für den Nachtragskredit

Würde der Landtag den Nachtragskredit nicht bewilligen, müsste sich das Projekt in den ordentlichen Budgetierungsprozess bis 2027 einreihen. Damit liessen sich die baulichen, verkehrstechnischen und finanziellen Synergien mit der laufenden Strassenerneuerung nicht mehr nutzen. Die dritte Etappe der Strassenerneuerung sowie der Abschluss des Gesamtprojekts würden sich in diesem Fall voraussichtlich um rund ein Jahr verzögern.

Infrastrukturminister Daniel Oehry machte an einer Medienorientierung vor Ort deutlich, wie wichtig der Landtagsbeschluss für den Zeitplan ist: „Damit wir diese Synergien nutzen können, müssen wir 2026 einen Nachtragskredit im Landtag beantragen.» Werde der Kredit nicht bewilligt, verzögere sich der Abschluss des Gesamtprojekts um etwa ein Jahr, so Oehry. Mit dem Beschluss schaffe die Regierung nun „die Grundlage, um die Wildtierunterführung zeitnah umzusetzen, parallel zur laufenden Strassenoptimierung«.

Der Nachtragskredit steht im Zusammenhang mit der Gesamterneuerung der Feldkircher Strasse, die das Land seit 2025 vorantreibt. Neben der Fahrbahnsanierung wird dabei auch die Führung des Fuss- und Radverkehrs verbessert. Im Zuge der Planungen war geprüft worden, wie sich die bestehende, zu schmale Wildtierverbindung Forst Nord verbessern liesse. Die Regierung hatte im Dezember 2025 eine Variantenstudie zur Kenntnis genommen und das Amt für Tiefbau und Geoinformation beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt die Bestvariante auszuarbeiten.

In ihrer Sitzung vom Dienstag, 30. Juni 2026, genehmigte die Regierung das darauf aufbauende Submissionsprojekt: den Ersatz des bestehenden Durchlasses Forst Nord durch eine neue, wildtiergerechte Unterführung. Die technischen Grundlagen liegen vor: Das Amt für Umwelt hat die temporäre Rodung für den Bau bereits bewilligt, und die Gemeinde Schaan hat der Rodung der betroffenen Teilflächen in ihrem Eigentum zugestimmt.

Es ist mir wichtig, dass man dieses Bauprojekt effizient umsetzen kann«, sagte Oehry an der Medienorientierung. Die Planung habe gezeigt, dass sich die Unterführung ideal in die ohnehin laufende Sanierung integrieren lasse.

Begleitmassnahmen sollen Wildtiere zur Querung lenken

Die Regierung hat zusätzlich Begleitmassnahmen zur Lenkung der Wildtiere verabschiedet. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der neuen Unterführung sicherzustellen und die Tiere gezielt zur Querung zu führen – nur so wird das Bauwerk von den Wildtieren angenommen und genutzt. Die Massnahmen betreffen sowohl den unmittelbaren Bereich des Bauwerks, wo gezielte Gestaltungs- und Pflegemassnahmen vorgesehen sind, als auch das weitere Umfeld, wo Elemente wie Hecken und Sträucher die Zielwildarten an die Passage heranführen sollen. Erarbeitet wurden die Massnahmen mit den betroffenen Gemeinden und weiteren Beteiligten.

Ein Teil der Massnahmen wird bereits während der Bauarbeiten umgesetzt, weitere folgen nach Fertigstellung der Unterführung. Zur Überprüfung der Wirksamkeit wird zudem ein Monitoring eingeführt.

Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni, die das Ministerium für Äusseres, Umwelt und Kultur leitet, ordnete an der Medienorientierung die ökologische Bedeutung des Vorhabens ein: Man befinde sich hier „nicht nur in einem Strassenraum, sondern auch in einem ökologisch sehr wertvollen Gebiet». Insbesondere in den Wintermonaten komme es dort immer wieder zu Verkehrsunfällen mit Wildtieren, die die Strasse queren. Mehr Biodiversität entstehe jedoch nicht von selbst: „Das funktioniert nicht einfach so, es braucht Begleitmassnahmen. Da braucht es auch eine gewisse Lenkung«, sagte Monauni.

Mehrere Anliegen verbunden

Mit der Wildtierunterführung Forst Nord verbindet die Regierung mehrere Ziele: die Verbesserung der Verkehrssicherheit, die Nutzung von Synergien mit der laufenden Strassensanierung sowie eine wichtige bauliche Voraussetzung für die ökologische Vernetzung in diesem Gebiet. Ob das Projekt wie geplant im Herbst 2026 startet, entscheidet sich nun mit dem Beschluss des Landtags über den Nachtragskredit.

hitze.li