Gutes Zeugnis mit Vorbehalt: IWF lobt die Schweiz, mahnt aber zur Vorsorge

IWF in Washington DC

IWF Gebäude in Washington DC | Foto: Gregor Meier

Der Internationale Währungsfonds hat der Schweiz diese Woche attestiert, wirtschaftlich stabil zu sein. Das stimmt – doch hinter der soliden Fassade häufen sich ungelöste Fragen.

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Das Wachstum bleibt bescheiden: 0,8 Prozent für 2026, 1,5 Prozent für 2027. Das ist kein Alarm, aber auch kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Deutlicher wird der IWF beim Blick auf die öffentlichen Finanzen. Die 13. AHV-Rente, die erstmals im Dezember 2026 ausbezahlt wird, kostet Milliarden – und ohne Gegenmassnahmen wird die AHV ab sofort Defizite schreiben. Bis 2030 dürfte das Loch auf fast zwei Milliarden Franken anwachsen. Das Parlament hat sich im Juni für eine Mehrwertsteuerhöhung ausgesprochen, über die das Volk voraussichtlich im November abstimmt.

Beim Bankensystem drängt der IWF auf Umsetzung. Seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 arbeitet der Bund an einer verschärften Too-Big-To-Fail-Regulierung. Der Bundesrat hat im April 2026 eine Botschaft verabschiedet, die UBS verpflichten würde, ihre ausländischen Töchter vollständig mit hartem Kernkapital zu unterlegen – rund 20 Milliarden Dollar mehr. UBS selbst spricht von bis zu 22 Milliarden und nennt die Regeln „extrem“. Das Parlament muss die Vorlage noch beraten; bis zur Umsetzung dürften mindestens sieben Jahre vergehen.

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