Auch Ungeborene sind Menschen
Symbolbild für den Leserbrief. Das Bild stammt von der Redaktion, nicht von der Leserbriefschreiberin
Die Fristenlösungs-Initiative widerspricht aus meiner Sicht unserer Verfassung. In Artikel 27ter steht unmissverständlich: «Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.» Warum soll dieses Recht ausgerechnet für ungeborene Menschen nicht gelten?
Gleichzeitig klagen wir über sinkende Geburtenzahlen und Fachkräftemangel, während wir darüber diskutieren, wie ungeborene Kinder einfacher abgetrieben werden können. Das ist ein gesellschaftlicher Widerspruch.
Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Bei Sexualdelikten oder medizinischer Notwendigkeit sind Schwangerschaftsabbrüche bereits heute möglich und werden von der Krankenkasse übernommen. Wer keine Kinder will, hat zahlreiche Möglichkeiten zur Verhütung. Die Befürworter sprechen von einem Schweizer Modell. Das stimmt nur teilweise. In der Schweiz muss eine Notlage geltend gemacht werden. Die Initiative in Liechtenstein würde sogar dieses Korrektiv beseitigen.
Statt das Lebensrecht ungeborener Kinder weiter auszuhöhlen, sollten wir alles daransetzen, Mütter und Familien zu unterstützen. Hilfe statt Abtreibung sollte das Ziel sein.
Jürgen Schädler
Triesenberg

