IWF senkt Wachstumsprognose für die Eurozone
IWF Gebäude in Washington DC | Foto: Gregor Meier
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die Eurozone für 2026 von 1,4 auf 1,1 Prozent gesenkt. Als Hauptgrund nennt der Fonds die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, der die globalen Energiemärkte erschüttert hat.
Die Blockade der Strasse von Hormus und Schäden an Infrastruktur im Nahen Osten haben die Ölversorgung empfindlich gestört. Der IWF erwartet, dass der Ölpreis 2026 im Vergleich zur Januar-Prognose um 19 Prozent steigen wird. Diese Entwicklung bremst die wirtschaftliche Erholung in Europa deutlich ab.
Auch die globale Wachstumsprognose wurde nach unten korrigiert: Der IWF rechnet für 2026 nur noch mit einem weltweiten BIP-Wachstum von 3,1 Prozent – gegenüber 3,3 Prozent in der Januar-Prognose.
Aussichten bleiben gedämpft
Für 2027 senkte der IWF die Eurozone-Prognose ebenfalls, von 1,4 auf 1,2 Prozent. Die Unsicherheiten rund um die Energieversorgung und die geopolitische Lage im Nahen Osten dürften die Investitionstätigkeit in der Eurozone noch länger belasten.
Besonders Deutschland steht unter Druck: Der IWF korrigierte auch die Wachstumserwartung für die grösste Volkswirtschaft der Eurozone nach unten, da das Land besonders stark von hohen Energiepreisen abhängig ist.
Die Schweiz und Liechtenstein sind als Nicht-Mitglieder der Eurozone vom direkten Währungseffekt abgeschirmt, spüren die konjunkturelle Abschwächung aber über den Exportkanal. Rund die Hälfte der Schweizer Exporte geht in den EU-Raum – eine schwächere Nachfrage aus Deutschland, Frankreich und Italien wirkt sich damit auch auf die Wirtschaft im Alpenraum aus.
