Halbleiter-Krieg: USA dehnen Chip-Exportverbote auf chinesische Firmen aus
Das Weisse Haus am Tag vor der Wahl | Foto: Gregor Meier
Im Technologiekonflikt zwischen den USA und China hat Washington einen weiteren Schritt unternommen: Die amerikanischen Exportbeschränkungen für fortschrittliche KI-Chips gelten ab sofort nicht mehr nur für Unternehmen, die in China operieren – sondern ausdrücklich auch für chinesische Firmen und Tochtergesellschaften ausserhalb des Festlands.
Die Massnahme schliesst eine Lücke, die Peking genutzt hatte: Chinesische Konzerne kauften verbotene Hardware über Tochterfirmen in Drittländern ein und liessen sie dann nach Hause liefern. Damit soll nun Schluss sein.
Das Jahr 2026 brachte in der amerikanischen Chipspolitik eine Reihe von Kurswechseln. Die Trump-Regierung hatte im Januar zunächst die Exportgenehmigung für bestimmte Nvidia- und AMD-Chips nach China gelockert – gleichzeitig aber einen Zoll von 25 Prozent sowie eine Mengenbeschränkung von 50 Prozent eingeführt. Der heutige Schritt signalisiert: Entspannung hin oder her, an der strategischen Linie ändert sich nichts.
Für Europa ist die Entwicklung zwiespältig. Einerseits geraten europäische Halbleiterfirmen zunehmend zwischen die Fronten. Andererseits könnte die US-Politik dem Kontinent Spielraum verschaffen, eigene KI-Infrastruktur aufzubauen – ohne auf amerikanische oder chinesische Vorleistungen angewiesen zu sein.
