Erfolgreicher Zwischenstopp auf dem Weg zur EM

v.l.n.r.: Julia Weissenhofer, Leni Bohle, Leonie Gschliesser, Mia Bohle, Ella Rief

v.l.n.r.: Julia Weissenhofer, Leni Bohle, Leonie Gschliesser, Mia Bohle, Ella Rief | Foto: Florian Fussenegger

Nach ihrem herausragenden internationalen Erfolg beim World Cup in Varna (Bulgarien) vor rund drei Wochen, wo sie sich die Silbermedaille am Sprung sicherte, nutzte die Kunstturnerin Julia Weissenhofer die Vorarlberger Meisterschaften als weiteren strategischen Gradmesser. Der Wettkampf diente ihr dabei vor allem dazu, auf dem Weg zur Europameisterschaft weitere wertvolle Wettkampfroutine zu sammeln.

Um die professionellen Trainingsstrukturen im Olympiazentrum Vorarlberg in Dornbirn optimal nutzen zu können, ist die Athletin neben ihrer Zugehörigkeit beim Liechtensteiner Turnverband (TVL) auch Mitglied der TS Hohenems und somit bei den Vorarlberger Meisterschaften startberechtigt.

Da bereits am kommenden Donnerstag die Österreichischen Staatsmeisterschaften – ebenfalls in Dornbirn – anstehen, entschieden die Verantwortlichen bewusst, die Belastung zu reduzieren. Die Turnerinnen turnten deshalb nur die Übungen an den Geräten Barren, Balken und Boden.

Am Stufenbarren zeigte Weissenhofer eine starke Leistung mit Höchstschwierigkeiten. Nach dem letzten Flugelement gelang es ihr jedoch nicht, den notwendigen Schwung optimal mitzunehmen, um in den Handstand zu gelangen – folglich musste sie das Gerät verlassen. Anschliessend setzte sie ihre Übung fort und beendete diese mit einem sauber gestandenen Doppelsalto. Trotz des Sturzes erzielte sie mit 11.500 Punkten die zweitbeste Wertung an diesem Gerät.

Auch am Balken musste sie, wie bereits beim Weltcup in Varna bei der Kombination mit dem Freiüberschlag das Gerät verlassen. Was sie wichtige Punkte kostete. Besonders ärgerlich: Im Training hatte sie die Verbindung zuvor bei zehn Versuchen neunmal sicher gestanden. Den restlichen Übungsteil präsentierte Weissenhofer jedoch gewohnt souverän und sicher. Am Schwebebalken erhielt sie wie die später Führende 11.250 Punkte.

Bei ihrem ersten Wettkampfauftritt am Boden (nach der Verletzungspause) verzichtete Weissenhofer noch auf das volle Schwierigkeitsprogramm. Abgesehen von der Kosakendrehung, die sie nicht ganz vollständig zu Ende turnen konnte, präsentierte sie aber eine ausdrucksstarke und sauber geturnte Übung, sowie sicher gestandene Akrobatikreihen. Dafür wurde sie mit der besten Note von 12.250 belohnt.

Die Vorarlberger Kunstturnerinnen präsentierten sich auf einem sehr hohen Niveau und dürften auch bei den Österreichischen Meisterschaften ganz vorne mitmischen. Mit einem Total von 35.000 Punkten zeigte Weissenhofer eine gute Performance und belegte in der Gesamtwertung den hervorragenden 2. Rang. Sie musste sich lediglich Leni Bohle geschlagen geben. Bohle, die sich in den vergangenen Jahren als mehrfache Medaillengewinnerin an internationalen Weltcups einen Namen gemacht hat, spielte ihre ganze Routine aus und sicherte sich den Sieg.