Liechtenstein behält Bestnote: S&P bestätigt AAA-Rating mit stabilem Ausblick
Regierungschefin Brigitte Haas | Foto: Gregor Meier
Die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings hat das Länderrating für Liechtenstein erneut mit der Höchstnote AAA und stabilem Ausblick bestätigt. Liechtenstein gehört damit weiterhin zu den lediglich elf Ländern weltweit, die diese Bestnote tragen.
Trotz der unverändert starken Gesamtbewertung blendet S&P die aktuellen wirtschaftlichen Risiken nicht aus. Für 2026 prognostiziert die Agentur ein leicht negatives reales BIP-Wachstum von rund −0,4 Prozent. Als Ursachen nennt S&P die anhaltend hohe geopolitische Unsicherheit, gedämpfte Investitionsausgaben sowie eine rückläufige Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten – Belastungen, die eine offene Volkswirtschaft wie jene Liechtensteins besonders direkt treffen. Ab 2027 erwartet die Ratingagentur eine Rückkehr zu positivem realem Wachstum.
Dass das Land trotz dieser Gegenwinde die Bestnote hält, unterstreicht laut S&P die strukturelle Robustheit der liechtensteinischen Wirtschaft. Regierungschefin Brigitte Haas betonte, das Rating bestätige die Attraktivität Liechtensteins als sicheren und stabilen Wirtschaftsstandort – gerade angesichts des schwierigen Umfelds keine Selbstverständlichkeit.
Besonders hervorgehoben wird im S&P-Bericht die Widerstandsfähigkeit des liechtensteinischen Arbeitsmarkts. Ende April 2026 waren beim Arbeitsmarkt Service Liechtenstein lediglich 428 Personen als arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote verharrte unverändert bei 2 Prozent – ein im europäischen Vergleich aussergewöhnlich tiefer Wert, der trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds stabil geblieben ist.
Als strukturelles Fundament der Wirtschaft gilt die ausserordentlich hohe Innovationsintensität. Mit F&E-Ausgaben von 6,4 Prozent des BIP liegt Liechtenstein weltweit an der Spitze und übertrifft damit sogar Israel und Südkorea, die üblicherweise als die forschungsintensivsten Volkswirtschaften unter den OECD-Ländern gelten. Bemerkenswert ist dabei, dass rund 98 Prozent dieser Aufwendungen vom Privatsektor getragen werden – vor allem von Industrieunternehmen, die in globalen Nischenmärkten führende Positionen einnehmen.
Neben der wirtschaftlichen Struktur misst S&P der Finanzpolitik der Regierung hohe Bedeutung bei. Der umsichtige Regulierungsrahmen, die solide Haushaltslage und die aufgebauten finanziellen Reserven werden als entscheidende Faktoren gewertet, die Liechtensteins Kreditwürdigkeit gegenüber globalen wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheiten absichern. Auch die Bereitschaft der Regierung, internationale Standards proaktiv zu übernehmen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aktiv zu gestalten, wird von der Ratingagentur ausdrücklich gewürdigt.
