Dunkles Licht am Ende des Tunnels
Symbolbild für den Leserbrief. Das Bild stammt von der Redaktion, nicht von der Leserbriefschreiberin
Man muss schon sehr viele Härdöpfel essen, um die Logik zu verstehen, weshalb nach der Eröffnung des Stadttunnels Feldkirch, einfach 1500 Fahrzeuge mehr ins Land kommen sollen. Windet man sich in Exzessen wie, dass wenn dereinst der Tunnel da ist: 1500 Grenzgänger mehr ins Land kommen und dadurch, weil sie ja durch den Tunnel fahren, hier auch angestellt würden. 1500 Touristen die einmalige Chance nutzen, um Liechtenstein am Ende einer Röhre endlich entdecken zu dürfen.1500 Tunnelfahrfanatiker den neuen Tunnel befahren, um ihn auf der Liste abhaken zu können. 1500 Staubegeisterte den Tunnel nutzen, um unsere Strassen und unseren zähfliessenden Verkehr zu geniessen. Also irgendetwas wird schon dran sein an dieser Theorie. Aber was?
In Vorarlberg wird gern das Stammtischliedchen gesungen: „Schnell, schnell, schnell, wir fahren uns Bordell, wir wollen einen geigen, bevor die Preise steigen. usw. Die werden das dann ja wohl umdichten in: Schnell, schnell, schnell, wir fahren durchs Tunnel. 1500 Fahrzeuge am Tag, das macht gerade einmal ein Fahrzeug pro Minute. Ein Nichts gegen die Bärenkreuzung, welche tagtäglich zwischen 40‘000 und 50‘000 Fahrzeuge bewältigen muss und das ohne nennenswerten Stau. Noch mehr Stau dürfte uns in den kommenden Jahren ohnehin ins Haus stehen.
Die A3 zwischen Oberriet und Haag wird saniert. Start war 04. Mai; Dauer bis 2030. Ausfahrt und Autobahnbrücke Buchs werden erneuert. Bedeutet; für die kommenden Jahre wird die Autobahn für Rückstau sorgen. Jene Autobahn ohne die wir im Verkehr ersticken würden. Für uns besteht ja längst ein gutes Verkehrskonzept. Ab der Grenze mit, unter, oder über der Bahn, durch Schaanwald, Nendeln, Schaan, dann mit dem Binnenkanal bis Vaduz und Triesen. Kosten gingen in die Milliarden, die wir leider niemals haben werden. Denn wenn die Staatskasse zufälligerweise einmal 331 Millionen zu viel hat, regt sich das soziale Lager und meint, das Geld müsse in ihrem Sinne verbraten werden.
Jo Schädler
