Starmer kämpft um politisches Überleben

Keir Starmer

Keir Starmer | Foto: Simon Dawson / No10 Downing Street

Keir Starmer hat am Montag eine Rede gehalten, die er lieber nicht halten wollte. Vor laufenden Kameras sprach der britische Premierminister von einem Ergebnis, das „sehr hart» gewesen sei – und erklärte, dass er trotzdem nicht zurücktreten werde. „Einen Rücktritt werde ich dem Land nicht antun», sagte er.

Bei den Regional- und Kommunalwahlen vom Donnerstag hat Labour über 1’400 Sitze verloren. Genau so viele gewann die rechtspopulistische Partei Reform UK von Nigel Farage. In Wales – traditionell Labour-Kernland – wurde die Partei erstmals nicht stärkste Kraft. Hinter Plaid Cymru und Reform UK landeten die Sozialdemokraten auf Platz drei. Ein historisches Debakel.

Noch bevor Starmer seine Rede beendet hatte, war die Revolte in vollem Gange. Über 70 Labour-Abgeordnete fordern seinen Rücktritt. Die Abgeordnete Catherine West verlangte einen Zeitplan für seinen Abgang und schlug vor, bereits im September einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Kollegin Paula Barker formulierte es noch direkter: Starmers Rücktritt könnte „Chaos verhindern».

Neue Antworten auf die Frage, warum Labour so abstürzt, blieb Starmer in seiner Rede schuldig. Die BBC notierte trocken, er habe keine neuen politischen Massnahmen angekündigt. Stattdessen: Verantwortung übernehmen, weitermachen, durchhalten.

Ob das reicht, bezweifeln viele in Westminster. Als mögliche Nachfolger werden bereits Namen gehandelt: Andy Burnham, Vizeregierungschefin Angela Rayner und Gesundheitsminister Wes Streeting. Die Partei schaut sich schon nach dem Nächsten um – während der Aktuelle noch am Rednerpult steht.