Nach 40 Jahren Leerstand: Neue Hoffnung für das Madleni-Huus

Verein Pro Madleni-Huus

Zehn Jahre nach der gescheiterten Volksabstimmung wagt der Verein Pro Madleni-Huus einen zweiten Anlauf: Heute Abend präsentierte er in Triesenberg zusammen mit Architekt Beat Burgmaier ein Vorprojekt für die Wiederbelebung des historischen Gebäudes im Dorfzentrum. Das Konzept sieht eine Nutzung als Ferienobjekt der Stiftung Ferien im Baudenkmal vor – und der Landesdenkmalpfleger stellte unmittelbar vor Ort klar: Ein Abriss kommt nicht infrage.

Das Madleni-Huus steht seit mehr als vier Jahrzehnten leer. 2016 hatte die Triesenberger Bevölkerung in einer knappen Abstimmung eine Nutzung durch die Stiftung Ferien im Baudenkmal abgelehnt. Damals brachten Gegner des Projekts auch einen Abriss des Gebäudes ins Spiel, da es die Entwicklung des Dorfzentrums behindere. Dieser Argumentation hat die seither betriebene Dorfkernplanung den Boden entzogen: Ein neu erarbeitetes Zentrumskonzept sieht den Erhalt des Hauses ausdrücklich vor.

Co-Präsidentin Verena Bühler Roth betonte an der Präsentation den unhaltbaren Zustand der aktuellen Situation: „Seit über 40 Jahren steht das Madleni-Huus nun leer. Das ist kein haltbarer Zustand.» Ziel des Vereins sei es, das rund 200 Jahre alte Haus wieder nutzbar und seine Geschichte erlebbar zu machen.

Denkmalschutz: Erhalt ist Pflicht

Landesdenkmalpfleger Patrik Birrer liess keinen Zweifel daran, wie er die Situation einschätzt: „Das Haus hat einen sehr hohen Wert als nationales Kulturgut und muss zwingend erhalten werden.» Das Objekt erinnere nicht nur an die Walser Kultur, sondern spiegele auch die Dorf-, Wirtschafts- und Familiengeschichte Triesenbergs wider.

Seinen Worten liess Birrer unmittelbar Taten folgen: Er überreichte Gemeindevorsteher Christoph Beck den neu aufgesetzten Vertrag zur Unterschutzstellung des Madleni-Huus. Mit der Unterzeichnung würde der Kulturgüterschutz die Hälfte der anfallenden Renovierungskosten übernehmen.

Vorprojekt: Wohnhaus und Mehrzweckraum

Architekt Beat Burgmaier, der in seinem Büro nach eigenen Angaben bereits Erfahrung mit Denkmalschutzobjekten in Liechtenstein gesammelt hat, stellte das Vorprojekt im Detail vor. Das Gebäude gliedert sich in zwei Bereiche: Der vordere Teil – ein gut erhaltener Strickbau mit Bruchsteinmauerwerk – soll als Wohngebäude saniert und als Ferienobjekt genutzt werden. Die Raumstruktur bleibt dabei weitgehend unverändert.

Der rückwärtige Teil, das Ökonomiegebäude, befindet sich in einem schlechteren Zustand. Burgmaier empfiehlt einen Rückbau und anschliessenden Wiederaufbau im gleichen Volumen – diesmal als Mehrzweckraum, der auch dem Verein und der Dorfbevölkerung offenstehen soll.

Die Nutzung als Ferienunterkunft würde es grundsätzlich ermöglichen, das gesamte Haus zu reservieren – etwa für Triesenberger Anlässe, bei denen keine auswärtigen Gäste untergebracht werden sollen.

Kosten: Gemeinde soll 300 000 bis 400 000 Franken beitragen

Die genauen Kosten stehen noch nicht fest. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Gesamtaufwand von rund einer bis zwei Millionen Franken. Die Hälfte davon würde der Kulturgüterschutz übernehmen, ein weiterer Teil soll über private Unterstützer finanziert werden. Für die Gemeinde Triesenberg bliebe ein Beitrag von schätzungsweise 300 000 bis 400 000 Franken.

Als möglichen symbolischen Meilenstein nannte der Verein das Jahr 2028: Dann würde das Madleni-Huus sein 225-jähriges Jubiläum feiern – im besten Fall als wieder belebtes Haus im Herzen von Triesenberg.

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