Landesspital – ein Besuch im Landtag
Als Besucher der Landtagssitzung bekam ich den Eindruck, dass einige Abgeordnete, welche sich seit jeher gegen den Neubau positioniert hatten, ein „Hochamt der Eitelkeiten und der Besserwisserei“ feierten. Man solle zurück auf Feld 1 und wieder von vorne beginnen, wohl wissend, dass dann für die nächsten Jahre nur die Räumlichkeiten des überfälligen alten «Vaduzer Krankenhauses» zur Verfügung stehen würden und eine neue Abstimmung vor dem Volk kaum bestehen würde. Darstellungen aus dem Untersuchungsbericht BLUMERGAIGNAT wurden nicht objektiv, sondern analog der einseitigen Berichterstattung im Vaterland schlechtgeredet: alles nach dem Motto, man habe es ja immer gewusst.
Mit dem Regierungswechsel kam der Planungsstopp. Die ungeliebte Spitaldirektorin war weg, der Stiftungsrat entmachtet. «Den Schwarzen“ wurde die ganze Schuld für das Desaster zugewiesen, obwohl in den letzten Jahren eine rote Regierung die Gesamtverantwortung innehatte. Der Regierungschefin wurde vorgeworfen, den Landtag viel zu spät informiert und den Untersuchungsbericht zurückgehalten zu haben. Hat das Vaterland davon erfahren, weil am Jahresapéro der Regierungsrat sich dazu hinreissen liess, nicht öffentliche Informationen preiszugeben?
Aber es gab auch Abgeordnete, die sich sachlich äusserten. Sie kamen zum Schluss, dass gemäss Expertenbericht auch viele gute Aspekte vorliegen. Die Anordnung der wichtigsten Räumlichkeiten und die Abläufe wurden im Bericht sehr positiv hervorgehoben. Inhaltlich seien die ursprüngliche Bestellung sowie die Betriebskonzepte mit Stand November 2024 vollständig abgebildet. Es ist nun Aufgabe der Regierung zu klären, ob das Projekt innerhalb der Kosten realisierbar ist. Für die einen ist das Glas halb voll, für die anderen halb leer. Ein Debakel wäre, wenn unser Land nicht fähig ist, seinen Bürgern ein Landesspital zu bauen. Ausser dem Vatikan haben das alle Staaten fertiggebracht.
Lorenz Benz
Pradafant 40
Vaduz
