Wealth Preservation im Fokus: Award für praxisnahe Vermögenslösungen
S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein überreicht den I&F Family Wealth Preservation Award 2026 an Leander Seyb | Foto: Gregor Meier
Die Verleihung des sechsten I&F Family Wealth Preservation an der Universität Liechtenstein zeigte am Montagabend, wie nah Ausbildung und Praxis im Land zusammenspielen. Industrie- und Finanzkontor zeichnete drei Studierende mit dem Award aus. Insgesamt standen CHF 9’000 Preisgeld zur Verfügung, aufgeteilt auf drei Auszeichnungen.
Zehn Studierende des Executive Master of Laws im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht der Universität Liechtenstein reichten Arbeiten ein. Drei setzten sich durch. Grundlage bildete ein komplexes Fallbeispiel aus der Praxis. Eine internationale Unternehmerfamilie wollte ihr Vermögen bündeln, das Familienunternehmen sichern und den Generationenwechsel rechtlich sauber regeln. Gefordert waren tragfähige Strukturen und ein klares Verständnis für familiäre Dynamiken.
Studiengangsleiterin Prof. Dr. Alexandra Butterstein hob den praxisbezogene Charakter des Wettbewerbs hervor: „Wichtig ist die praktische Umsetzbarkeit. Man hat den Kunden Vorsicht um den es geht.“
Die Jury legte Wert auf Umsetzbarkeit. Akademische Sorgfalt zählte, entscheidend blieb jedoch der Blick auf den Mandanten. Lösungen mussten rechtlich bestehen und menschlich überzeugen.
Der erste Platz ging an Leander Seyb der für seine Zielstruktur einen stark individualisierten Zugang wählte. Jeder Vermögenswert und jedes Familienmitglied müsse einzeln betrachtet werden, um eine dauerhafte Lösung zu schaffen, erklärte er. Pauschale Modelle führten in solchen Konstellationen nicht zum Ziel.
Corinna Rüffer brachte ihre Erfahrung aus dem Family-Office-Umfeld ein. Sie betonte die Vielschichtigkeit des Falls: Die unterschiedlichen Generationen, die verschiedenen Jurisdiktionen sowie die privaten und beruflichen Ausrichtungen waren für sie herausfordernd. Sie erhielt den zweiten Platz.
Mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde Dr. Klaus Jachmann. Er entwickelte einen Ansatz, der stark auf die Flexibilität liechtensteinischer Stiftungen setzte. Für ihn war wichtig, dass sich die Struktur an veränderte Familiensituationen anpassen. Zudem brachte der Steuerberater besonders die steuerlichen Aspekte mit ein.
Die Preise überreichte S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, geschäftsführender Verwaltungsratspräsident von Industrie- und Finanzkontor. Er unterstrich die gesellschaftliche Dimension des Themas: „Vermögen ist etwas, mit dem man etwas bewirken kann. Daher ist Vermögenserhaltung wichtig.“ Besonders in Familienunternehmen sei das wichtig. Gerade wenn es um die Generationennachfolge gehe.
«Es ist wichtig, dass man Vermögen nicht nur als etwas sieht, das man hat, sondern als etwas mit dem man etwas tun kann.»
S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein
Die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Vermögenserhaltung würden immer komplexer. Daher, brauche es ein gewisses Verständnis und ein interdisziplinäres Know-How, so Prinz Michael.
Der Award entsteht in Kooperation mit der Universität Liechtenstein und ist fest im Studiengang verankert. Studierende bearbeiten die Fallstudie nach mehreren Modulen, die Grundlagen im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht vermitteln. Viele Preisträger standen dabei parallel vor weiteren Prüfungen und der Masterarbeit.

Der I&F Family Wealth Preservation Award liefert mehr als akademische Übung. Er bringt reale Fragestellungen in den Hörsaal und schärft den Blick für die Rolle Liechtensteins als Standort für Vermögensstrukturierung. Genau dort liegt seine Stärke – und sein Wert für den Wirtschaftsplatz.


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