Weltweiter «Wasserbankrott» ausgerufen

UNO Gebäude in New York

Die Wassersysteme der Erde sind so stark übernutzt und geschädigt, dass viele von ihnen einen kritischen Punkt erreicht haben. Laut einem neuen Bericht der Vereinten Nationen ist der globale Wasserkreislauf so aus dem Gleichgewicht geraten, dass eine teilweise irreversible Situation entstanden ist.

Die Menschheit hat die Wasserreserven des Planeten in einem Masse dezimiert und verschmutzt, dass sie sich nicht mehr vollständig erholen können. Dies hat verheerende Folgen für Milliarden von Menschen weltweit, nicht nur in Bezug auf ihre Wasserversorgung.

Einige Regionen stehen bereits vor dem Problem des Wassermangels, während in anderen Gebieten die verbleibenden Wasserreserven aufgrund von Verschmutzung und Versalzung kaum noch nutzbar sind. Der Bericht weist darauf hin, dass viele kritische Wassersysteme bereits «bankrott» sind und sich nicht mehr erholen können.

In Zahlen ausgedrückt: Seit den 1990er Jahren sind 50 Prozent der Seen weltweit geschrumpft und 70 Prozent der grossen Grundwasser-Aquifere verlieren kontinuierlich Wasser. Zusätzlich sind seit den 1970er Jahren etwa 410 Millionen Hektar natürlicher Feuchtgebiete verloren gegangen.

Die Folgen dieser Entwicklung sind erschreckend: 75 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit unsicherer Wasserversorgung, und vier Milliarden Menschen leiden jedes Jahr mindestens einen Monat lang unter akutem Wassermangel. Die übermässige Wasserentnahme führt auch zu Bodensenkungen, von denen bereits zwei Milliarden Menschen betroffen sind, vor allem in den Küstenmetropolen.

Der «Wasserbankrott» bedroht nicht nur die Wasserversorgung, sondern hat auch drastische Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion. Über die Hälfte der globalen Nahrungsmittel wird in Regionen erzeugt, in denen die Wasserressourcen knapp sind oder instabil. Millionen von Hektar Ackerland werden aufgrund von Wassermangel bereits degradiert und versalzen.

Trotz dieser alarmierenden Fakten soll der Bericht kein Signal der Hoffnungslosigkeit sein, sondern vielmehr eine Aufforderung zu einem ehrlichen Blick auf die Realität und zu transformationalen Veränderungen. Es ist an der Zeit, neue Lösungsstrategien zu entwickeln, um weitere irreversible Schäden zu verhindern und einen gerechten Übergang für die Betroffenen zu unterstützen.

werbung_3
Fehler gefunden?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert