Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein stellte in seiner Thronrede das Vertrauen in staatliche Institutionen ins Zentrum. Im Gespräch erklärt er, wie es dem Fürstenhaus gelingt, seit Jahren hohes Ansehen zu geniessen – und wo er Handlungsbedarf sieht.
Der Erbprinz führt das grosse Vertrauen auf mehrere Faktoren zurück. Ein zentraler Punkt sei die Nähe zur Bevölkerung. Er geht davon aus, dass die Arbeit des Fürstenhauses dazu beigetragen hat: «Es hat wahrscheinlich geholfen, dass das Fürstenhaus jetzt über viele Jahre aus Sicht der Bevölkerung die Aufgabe gut erledigt hat.«, so Erbprinz Alois. Auch die Kommunikation schaffe Verständnis und Glaubwürdigkeit. Insbesondere habe dazu beigetragen, dass das Fürstenhaus «konsistent in seinen Positionen war und in dem, was man kommuniziert hat.«
Ein weiteres Thema ist die Medienlandschaft. Der Erbprinz begrüsst die Beschlüsse des Landtags aus dem vergangenen Jahr, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. «Da gibt es so viel an rasanter Entwicklung. Die sollten wir rasch prüfen, weil wir möglichst bald wieder bessere Rahmenbedingungen benötigen«, so Erbprinz Alois.
Die Start-up-Finanzierung helfe, brauche Feinjustierung. Neue Fördermodelle müssten sich erst einspielen. Ziel sei, Medienprojekte gezielt zu unterstützen, damit sie die kritische Anfangsphase überstehen. Gleichzeitig könnte man prüfen, ob man etwas mehr Anforderungen an die Förderungsempfänger stellen könnte. Auch die Digitalisierung spielt für ihn eine zentrale Rolle. Der Erbprinz regt an, über eine staatlich unterstützte digitale Basisinfrastruktur nachzudenken. Früher habe der Staat den Zeitungsversand ermöglicht.
Beim Thema Social Media zeigt sich der Erbprinz differenziert. Grundsätzlich steht er Verboten skeptisch gegenüber. Besonders, wenn sie sich leicht umgehen liessen. Dennoch könnten Social Medie Verbote in der Schule wichtige Signale setzen.
In Schulen vertritt er eine strengere Linie. Während der Schulzeit sollen Kinder und Jugendliche keine Smartphones nutzen. Gleichzeitig sieht er Chancen in neuen Technologien. Schulen sollten digitale Werkzeuge gezielt einsetzen dürfen, auch künstliche Intelligenz. Dabei müsse der Datenschutz stets gewahrt bleiben.
«Es ist wichtig, dass die Schulen die Autonomie haben, selber zu schauen, was funktioniert, was funktioniert nicht.»
S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein
Kritisch sieht er einen rein digitalen Unterricht. Er hält es für wichtig, dass Schüler weiterhin von Hand schreiben können. Tablets dürften nicht alles ersetzen. Für ihn zählt die richtige Balance. Zentral ist für den Erbprinzen die Eigenverantwortung der Schulen. Sie sollen selbst entscheiden, was funktioniert und was nicht.
Mit klaren Worten unterstreicht Alois, worauf es ihm ankommt: Nähe zur Bevölkerung, Verlässlichkeit in der Politik und mutige Schritte in die digitale Zukunft.