Halbjahreszahlen überraschen: LLB wächst trotz Zinsflaute
Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) hat im ersten Halbjahr 2025 ein starkes Ergebnis erzielt. Das Konzernergebnis stieg auf 91 Millionen Franken. Damit übertraf die Bank ihre eigenen Erwartungen.
Trotz tiefem Zinsniveau und zusätzlichen Integrationskosten nach der Übernahme der ZKB Österreich konnte die LLB ihr Geschäft ausbauen. Die Kundenvermögen überschritten erstmals die Marke von 100 Milliarden Franken. Getragen wurde dieser Anstieg von organischem Wachstum und dem Neugeldzufluss von 1,4 Milliarden Franken sowie durch die Übernahme von 3,2 Milliarden Franken Kundenvermögen aus Österreich.
Das Geschäftsvolumen legte um 3 Prozent auf 117 Milliarden Franken zu. Bei den Krediten kam es dagegen zu einem leichten Rückgang. Grund dafür war eine gezielte Straffung des Kreditbuchs, bei der wenig rentable Finanzierungen abgebaut wurden.
Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erzielte die Bank einen Zuwachs von 24 Millionen Franken. Auch das Handelsgeschäft entwickelte sich positiv und glich den Rückgang beim Zinserfolg aus. Der Netto-Neugeldzufluss entsprach einer annualisierten Wachstumsrate von 2,9 Prozent.
Die Cost-Income-Ratio lag bei knapp über 65 Prozent. Die Tier-One-Ratio von 18,4 Prozent zeigt weiterhin eine solide Kapitalbasis. Moody’s bestätigte das Rating von AA2.
Besonders stark entwickelte sich das Kommissionsgeschäft. Es wuchs um 23 Prozent auf 126 Millionen Franken. Einen wesentlichen Beitrag leistete die ZKB Österreich mit 18 Millionen Franken. Auch ohne diesen Effekt hätte die LLB ein Plus von 6 Prozent erreicht.
Im Bereich Private Banking Deutschland konnte die Bank ihre Marktposition ausbauen. Die Division Privat- und Firmenkunden verzeichnete Neugeldzuflüsse von 423 Millionen Franken. Im institutionellen Geschäft in Österreich setzte sich die positive Entwicklung fort.
Die LLB investierte zudem weiter in Digitalisierung. Mit der App „Willbe“ bietet sie seit Mai auch den Handel mit physischem Gold an. Im Juni folgte die Möglichkeit, in ETFs zu investieren. Über 30.000 Kundinnen und Kunden nutzen die App bereits.
Das Programm „LLB One“ treibt die Modernisierung der Kundeninteraktion voran. Ein neues Online-Banking mit verbesserter Benutzeroberfläche ging im ersten Halbjahr live. Auch das digitale Onboarding wurde ausgebaut.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet die Bank ein Konzernergebnis unter dem Vorjahreswert. Gründe sind das gesunkene Zinsniveau sowie einmalige Integrationskosten. Trotzdem sieht sich die LLB gut aufgestellt. Sie verweist auf ihr diversifiziertes Geschäftsmodell und ihre solide Kapitalausstattung.

