Landwirtschaft zum Anfassen beim Tag der offenen Stalltore

Kuh aus Vaduz

Eine Kuh aus Vaduz | Archivbild

Melkroboter, Microgreens, Ziegen und Traktoren: Am Samstag haben fünf Vaduzer Landwirtschaftsbetriebe zum Tag der offenen Stalltore geladen. Von 11 bis 16 Uhr konnten Besucher auf dem Riethof, dem Neufeldhof, dem Geissahof, dem Schlosshof und dem Neuguthof einen Blick in den Arbeitsalltag der Bauern werfen. Auf allen Höfen gab es Führungen um 11.30, 13.30 und 14.30 Uhr.

Ein Citytrain verband die Betriebe. Er startete zur halben Stunde beim Reisebusterminal im Städtle zu einer Rundfahrt über alle Höfe. Alternativ empfahl die Gemeinde die Anreise mit dem Velo.

Vom Melkroboter bis zum Kürbisfest

Jeder Hof setzte einen eigenen Schwerpunkt. Auf dem Riethof der Familie Kaiser stand der Milchviehstall mit Melkroboter offen, dazu der Hofladen. Der Verein Feldfreunde betrieb dort einen Informations- und Verpflegungsstand und bot ein Kinderprogramm an.

Der Neufeldhof der Familie Konrad zeigte die Produktion von Microgreens, also Keimlingen und Jungpflanzen, die als Minigemüse geerntet werden. Neben dem Hofladen informierte dort ein Stand über das Ernährungsfeld Vaduz.

Auf dem Geissahof der Familie Frick waren eine Zuchtschau mit Ziegen und Schafen sowie ein Schaustall zu sehen. Der Schlosshof der Familie Becker präsentierte Traktoren und Maschinen unter dem Titel „von der Saat bis zur Ernte“. Auf dem Neuguthof der Familie Kainer gab es ein Kürbisfest mit Kürbisschnitzen, Ponyreiten und Einblicke in die Aufzucht und Mast von Rindern.

Monauni: Wertschätzung für die Branche

Auch Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni, in der Regierung für die Landwirtschaft zuständig, besuchte den Anlass. Auf dem Neufeldhof sprach sie von einer guten Gelegenheit, die heimische Landwirtschaft besser kennenzulernen. „Unsere Landwirtschaft prägt nicht nur unsere Kulturlandschaft. Sie produzieren auch Lebensmittel für unsere Bevölkerung und sorgen damit für Versorgungssicherheit“, sagte Monauni.

Sie hoffe, dass möglichst viele Leute teilnehmen, so die Ministerin. „Es ist natürlich auch ein Tag, an dem wir unsere Wertschätzung für diese wichtige Branche zum Ausdruck bringen dürfen.“

Teil des Ernährungsfelds Vaduz

Der Tag der offenen Stalltore ist Teil des Gemeindeprojekts Ernährungsfeld Vaduz. Es läuft unter dem Motto „Lokal produziert. Bewusst konsumiert.“ und soll regionale Lebensmittelproduktion sichtbar machen. Das Projekt verbindet landwirtschaftliche Produktion mit Bildungsangeboten, etwa für Kindergärten und Schulklassen, und vernetzt lokale Betriebe.

Die Anfänge gehen auf das Jahr 2019 zurück, als in Vaduz der erste Weltacker angelegt wurde. 2021 entstand daraus das Ernährungsfeld im Haberfeld, das bis heute den Kern des Projekts bildet. Inzwischen wird es dezentral auf mehreren Flächen im Gemeindegebiet umgesetzt. 2023 erhielt die Gemeinde Vaduz für das Projekt den internationalen Bodenseegartenpreis. Im Mai 2024 beschloss der Gemeinderat die Weiterführung von 2025 bis 2027. Projektleiter ist Florian Bernardi von der Klaus Büchel Anstalt in Mauren.