Über 5000 Besucher im Stadttunnel Feldkirch

Besichtigung Tunnel

Feste Schuhe, Helm und dann 400 Meter hinein in den Berg: Mehr als 5000 Menschen haben am Samstag die Gelegenheit genutzt, die Baustelle des Stadttunnels Feldkirch von innen zu sehen. Beim „Tag der offenen Baustelle“ in der Felsenau waren von 9 bis 16 Uhr der Flucht- und Rettungsstollen sowie der bereits ausgebrochene Tunnelast Felsenau zugänglich. Viele Besucher kamen mit dem Velo, mit dem Auto ging es nicht: Parkplätze gab es keine, die Anreise mit Bus und Bahn war aus ganz Vorarlberg kostenlos, vom Bahnhof Feldkirch fuhr ein Shuttlebus zur Baustelle.

Sieben Stationen rund um den Vortrieb

Tunnelspinne

Der Rundgang führte durch sieben Stationen – von der Projektvorstellung über Logistik, Geologie, Vortrieb sowie Tunnelausrüstung und -sicherheit bis zum Umweltschutz. Die Geologen zeigten Schnitte und Gesteinsproben, beim Thema Umwelt ging es um Luftqualität, Schallschutz, Erschütterungen und Aufforstungen.

Wie viel Material aus dem Berg geholt wird, zeigte die Station Logistik. Der Ausbruch verlässt die Baustelle über die Anschlussbahn Felsenau: Ein Zug mit 15 Wagen transportiert 945 Tonnen, bis zu drei Züge fahren täglich, sieben Tage die Woche. Ein batterieelektrischer Verschubroboter belädt jeweils drei Güterwagen gleichzeitig. Ausgestellt war zudem ein mobiler Backenbrecher, der über 70 Tonnen wiegt und in Betriebsstellung rund 18,6 Meter lang ist.

Vor Ort waren auch Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Christof Bitschi und der Feldkircher Bürgermeister Manfred Rädler. Wallner bekräftigte, man sei immer überzeugt gewesen, für die Verkehrsentlastung des Grossraums Feldkirch etwas tun zu müssen.

Ein Kreisverkehr unter dem Berg

Der Stadttunnel ist ein in Österreich bisher einzigartiges Projekt: Vier Tunneläste – Felsenau, Altstadt, Tisis und Tosters – treffen sich unter Tag in einem Kreisverkehr mit 70 Metern Durchmesser. Insgesamt umfasst das Bauwerk 3950 Tunnelmeter. Die Kosten werden mit mindestens 367 Millionen Euro beziffert, getragen von Bund, Land Vorarlberg, Stadt Feldkirch und Vorarlberg Netz.

Seit der Anschlagfeier am 6. März wird am Haupttunnel gebaut. Im September wurde der 893 Meter lange Tunnelast Felsenau fertig ausgebrochen, anschliessend der 641 Meter lange Fluchtstollen. Der Vortrieb im Tunnelast Altstadt ist von September 2026 bis September 2027 vorgesehen, am Portal Tisis beginnen die Arbeiten Anfang Oktober. Der gesamte Vortrieb soll im Herbst 2028 abgeschlossen sein, die Inbetriebnahme ist für 2030 geplant. Überwacht wird der Tunnel dann von der Überwachungszentrale in Hohenems.

Ziel ist die Entlastung der Feldkircher Innenstadt. An der Bärenkreuzung soll der Verkehr insgesamt um rund 25 Prozent abnehmen, der Schwerverkehr um fast zwei Drittel.