Radarpanne legt Flughafen Zürich lahm
Flughafen Zürich | Foto: Gregor Meier
Am Flughafen Zürich ist am Dienstagnachmittag fast eine Stunde lang kein Flugzeug gestartet. Grund war eine technische Störung bei der Flugsicherung Skyguide: Ein System, das den Fluglotsen das Radarbild liefert, fiel aus. Starts und Landungen in Zürich und Genf wurden kurzzeitig eingestellt, die Kapazität im gesamten Schweizer Luftraum halbiert.
Ab 14.15 Uhr ging in Zürich nichts mehr. Rund eine halbe Stunde später hob ein kleines Privatflugzeug ab, etwa eine Stunde nach Beginn der Störung startete ein Easyjet-Flug nach Edinburgh. In Genf wurde der Betrieb um 14.50 Uhr mit halber Kapazität wieder aufgenommen. Skyguide berief einen Krisenstab ein. Die Sicherheit im Schweizer Luftraum sei gewährleistet, hiess es.
Volle Kapazität erst nach 24 Stunden
Um 17.45 Uhr meldete Skyguide, die Störung sei behoben. Die Kapazität wurde auf 80 Prozent erhöht. Die restliche Einschränkung bleibt während einer 24-stündigen Stabilisierungsphase bestehen. Laut Skyguide handelt es sich dabei um ein übliches Sicherheitsverfahren, mit dem sichergestellt werden soll, dass die Systeme zuverlässig laufen. Passagiere müssen in Zürich und Genf weiterhin mit Verspätungen rechnen. Wie viele Flüge betroffen waren, ist noch nicht bekannt.
Hinweise auf einen Cyberangriff gebe es keine, sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa. Er entschuldigte sich bei den Partnern und allen Passagieren.
Fünfte grössere Panne in diesem Jahr
Für Skyguide ist es nicht die erste Störung in diesem Jahr. Laut dem Branchenportal Aerotelegraph handelt es sich um die fünfte grössere Panne seit Januar. Ende Januar musste der Luftraum über Genf nach einem fehlgeschlagenen Software-Update geschlossen werden. Im April senkte ein Problem im Kontrollzentrum Dübendorf die Anflugkapazität in Zürich um 30 Prozent, im Mai führte ein Softwarefehler zu weiteren Einschränkungen. Im Juni fiel wegen einer kurzfristig eingerichteten Sperrzone über dem Bürgenstock das Radarbild in Dübendorf und im Tower Zürich aus.
Bereits im Februar hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle beim Notfallmanagement der Flugsicherung Handlungsbedarf festgestellt. Im Mai kündigte Skyguide zudem den Abbau von bis zu 220 Stellen an. Das Unternehmen begründete dies mit wachsendem wirtschaftlichem Druck sowie steigenden Personal- und Systemkosten.
