Liechtenstein verliert Testspiel gegen Gibraltar mit 0:2

Freundschaftsspiel Liechtenstein - Gibraltar

Freundschaftsspiel Liechtenstein - Gibraltar | Fotos: Gregor Meier

Liechtensteins Nationalmannschaft hat das Testspiel gegen Gibraltar im Vaduzer Rheinpark Stadion mit 0:2 verloren. Vor 972 Zuschauern hielt die Mannschaft von Konrad Fünfstück eine Halbzeit lang gut mit, nach dem Seitenwechsel fehlten ihr die Mittel.

Die Gastgeber fanden gut in die Partie und erspielten sich gute Chancen. Getroffen haben aber die Gäste: In der 20. Minute brachte Bernardo Lopes Gibraltar nach einem Eckball in Führung. Die Liechtensteiner erkämpften sich immer wieder den Ball, waren dann aber ideenlos, was sie damit machen sollen.

Bei einigen guten Aktionen vor dem Tor, fehlte dann aber die Abschlussstärke. Bis zur Pause blieb es so beim knappen Rückstand.

Lichtenstein Gibraltar
Freundschaftsspiel Liechtenstein – Gibraltar am 5.10.2026

Fünfstück baute seine Mannschaft in der Kabine kräftig um: Sechs neue Spieler kamen in die Partie, darunter Justin Ospelt, der Benjamin Büchel im Tor ablöste. Vom Schwung der ersten Halbzeit war danach wenig zu sehen. Zwölf Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Dylan Borge auf 0:2.

Gibraltar hatte das Spiel nun im Griff. Am Ende standen für die Gäste 57 Prozent Ballbesitz und zwölf Abschlüsse zu Buche, Liechtenstein kam auf acht Abschlüsse und einen einzigen Eckball. Die Liechtensteiner Torhüter mussten viermal eingreifen.

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Reaktionen nach dem Spiel

Besonders das 1:0 nach einem Eckball ärgerte den Trainer. „Da hat einfach die Zuordnung nicht gestimmt“, sagte Fünfstück. Das Verhalten bei Standardsituationen, wie es sich die Mannschaft vorgenommen habe, sei nicht gut umgesetzt worden. Er habe die Partie im Vorfeld als Spiel auf Augenhöhe eingeschätzt, in dem es darum gehe, wer frischer sei und mehr Kraft habe. „Standardsituationen sind Dosenöffner. Natürlich war das für uns ein absoluter Nackenschlag, dass dieser Eckball reingeht.“ Das 0:2 könne passieren, sei aber ärgerlich.

«Wir hätten nicht verlieren müssen»

Konrad Fünfstück

Dem Gegner zollte Fünfstück Respekt: Gibraltar habe in der Offensive eine gute Qualität. Die eigene Mannschaft komme zwar in gefährliche Situationen, wisse diese aber noch zu selten zu nutzen. „Dann machen wir entweder ein schlampiges Abspiel oder treffen einfach die falsche Entscheidung oder brauchen zu lange“, sagte er. Liechtenstein sei es nicht gewohnt, viel am Ball zu sein, weil es in der Regel verteidigen müsse. Über die vier Spiele des Zusammenzugs habe seine Mannschaft für ihre Verhältnisse aber ungewöhnlich viele Offensivaktionen gehabt und hinten wenig zugelassen.

Die sechs Wechsel zur Pause seien eine bewusste Entscheidung gewesen. Jens Hofer sei mit Rückenproblemen ausgefallen, Alessio Hasler mit Wadenproblemen, und viele weitere Spieler hätten nicht mehr gekonnt. Fünfstück verwies auch auf Alessandro Lo Russo, der gerade 18 Jahre alt geworden ist. Dass mit den vielen Wechseln ein Bruch ins Spiel kommt, habe man in Kauf genommen. Die Spieler seien seit 15 Tagen unterwegs und hätten vier Spiele auf internationalem Niveau bestritten. „Deswegen wird keiner von mir einen Vorwurf kriegen. Die Jungs haben alles gegeben, alles, was drin ist.“

Ähnlich sah es Jonas Weissenhofer. „Wir haben guten Fussball gespielt und hatten unsere Chancen“, sagte er. Liechtenstein hätte in der ersten Halbzeit selbst in Führung gehen können, „kriegen dann ein blödes Standardtor. Dann wird es halt schwieriger.“ In der zweiten Halbzeit habe man gemerkt, dass es das vierte Spiel in kurzer Zeit gewesen sei. Die eingewechselten Spieler hätten noch einmal versucht, Schwung zu bringen. „Aber die zündende Idee hat am Schluss leider gefehlt.“