Zwei Premieren am Bodensee für Liechtensteins Sportnachwuchs

Talent Days Bodensee

Bildquelle: Talent Days Bodensee

Für junge Sportler aus Liechtenstein brachte das vergangene Wochenende gleich zwei Premieren. Am Freitag startete Schulsport Liechtenstein erstmals am Internationalen Bodensee-Schulcup in Balgach. Gleichzeitig begannen in Bregenz und Dornbirn die ersten Talent Days Bodensee, an denen auch Nachwuchstalente und Trainer aus Liechtenstein teilnahmen.

Talent Days: Trainieren mit der Konkurrenz von morgen

Rund 250 Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein trainierten von Freitag bis Sonntag gemeinsam in vier Sportarten: Handball, Volleyball, Schwimmen und Klettern. 27 Trainer betreuten sie. Neben dem sportartspezifischen Training standen Athletikeinheiten sowie Workshops zu Zielsetzung und Kommunikation auf dem Programm. Zu Ende gingen die Talent Days am Sonntag im Festspielhaus Bregenz.

Für viele war es die erste Begegnung mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern. Eine 14-jährige Handballerin aus Liechtenstein, nach eigenen Angaben die einzige Handballspielerin aus dem Land, teilte sich das Zimmer mit drei Schweizerinnen. „Man findet hier immer jemanden, der einem hilft“, erzählte sie. Volleyballtrainer Adrian Ritter hob hervor, dass die Jugendlichen hier sehen könnten, dass ihnen später auch der Weg in ausländische Teams offensteht.

Am Samstagabend stellte sich die deutsche Judoka Anna-Maria Wagner den Fragen der Jugendlichen. Die zweifache Weltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Tokio gab ihnen eine klare Botschaft mit: „Es macht nur Sinn, wenn man es wirklich will!“

Die Talent Days gehen auf die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) zurück. Deren Regierungschefs beschlossen das Format 2024, unterstützt wird es von den olympischen Dachverbänden der vier Länder, darunter dem Liechtenstein Olympic Committee. Finanziert wird der Anlass unter anderem über den Kleinprojektefonds der IBK mit Mitteln aus dem Interreg-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein. Laut Roman Hasler, Sprecher der IBK-Arbeitsgruppe Bewegung und Sport, soll aus den drei Tagen ein Netzwerk junger Sportler rund um den Bodensee entstehen. Die Talent Days finden künftig alle zwei Jahre statt, die nächste Ausgabe ist für den 22. bis 24. September 2028 wiederum in Vorarlberg vorgesehen.

Bildquelle: Talent Days Bodensee
Bildquelle: Talent Days Bodensee

Schulcup: Fünfter Rang für die älteren Mädchen

Ebenfalls am Freitag reiste eine Delegation von rund 50 Schülern ins St. Galler Rheintal. Der Internationale Bodensee-Schulcup, ein Leichtathletik-Mannschaftswettkampf, wird seit 1995 abwechselnd in den Ländern und Kantonen rund um den Bodensee ausgetragen und fand heuer zum 30. Mal statt. Liechtenstein war zum ersten Mal dabei.

Die Schüler stammten vom Liechtensteinischen Gymnasium in Vaduz sowie von der Real- und Oberschule Eschen. Liechtenstein stellte fünf Teams zu je zehn Athleten, bei den Mädchen der Jahrgänge 2013 und 2014 waren es zwei Mannschaften. Betreut wurden sie von sechs Lehrpersonen und Delegationsleiterin Monika Lang-Plüss von der Dienststelle für Sport. Auf dem Programm standen Sprint, Wurf und Sprung, am Nachmittag folgten die Sprintstaffeln und die 800-Meter-Läufe.

Das beste Teamresultat erzielten die Mädchen der Jahrgänge 2011 und 2012 mit dem fünften Rang. Die übrigen Liechtensteiner Teams klassierten sich auf den Rängen 7, 8 und zweimal 10. Die Konkurrenz aus Süddeutschland, Vorarlberg und der Ostschweiz war stark. Drei Liechtensteiner erzielten in ihrer Alterskategorie die beste Leistung aller Teilnehmenden: Pablo Ritter übersprang im Hochsprung 1,64 Meter, Ella Diepen sprang 4,42 Meter weit, und auch Katharina Hoch war im Hochsprung die Beste ihrer Kategorie.