PISA 2025: Schweizer Jugendliche bleiben in der Spitzengruppe – mit einer offenen Flanke
Fünfzehnjährige in der Schweiz schneiden in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erneut deutlich über dem OECD-Durchschnitt ab. Das zeigen die Ergebnisse der PISA-Erhebung 2025, welche die OECD am Dienstag veröffentlicht hat. Sorgen bereitet den Bildungsverantwortlichen aber jener Teil der Schüler, der das Mindestkompetenzniveau nicht erreicht – überdurchschnittlich häufig Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien.
An der Erhebung beteiligten sich 91 Länder, darunter 38 OECD-Mitgliedstaaten. In der Schweiz nahmen rund 7600 Jugendliche aus 275 Schulen teil. Schwerpunkt der Runde 2025 waren die Naturwissenschaften; erstmals erhoben wurde zudem das modellbasierte Problemlösen.
In den Naturwissenschaften erreichte die Schweiz 501 Punkte gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 482 Punkten. In Mathematik liegt das Land mit 499 Punkten deutlich über dem Durchschnitt von 463 Punkten – nur drei OECD-Länder schneiden besser ab. Beim Lesen fällt der Vorsprung geringer aus: 470 Punkte stehen 461 Punkten im OECD-Mittel gegenüber. Im neuen Bereich des modellbasierten Problemlösens erzielten die Schweizer Jugendlichen 520 Punkte, 20 Punkte über dem Durchschnitt.
Über die Zeit betrachtet fällt das Bild uneinheitlich aus. Während das Leistungsniveau in den Naturwissenschaften über die vergangenen zehn Jahre stabil geblieben ist, sinken die Werte in Mathematik und im Lesen. Dieser Rückgang ist kein Schweizer Sonderfall: Er zeigt sich auch im OECD-Durchschnitt.
Geschlechterunterschiede lassen sich in der Hauptdomäne Naturwissenschaften in der Schweiz nicht signifikant nachweisen. Deutlich ins Gewicht fallen dagegen die soziale Herkunft, die zu Hause gesprochene Sprache und ein Migrationshintergrund. Schüler aus dem untersten Viertel der sozialen Herkunft erzielen signifikant tiefere Leistungen als jene aus den übrigen drei Vierteln. Auch dieser Befund entspricht dem OECD-Durchschnitt.
KI im Schulalltag, Smartphone in der Freizeit
Digitale Medien kommen im Unterricht immer häufiger zum Einsatz; hier liegt die Schweiz im OECD-Mittel. Bei der künstlichen Intelligenz weicht sie dagegen nach oben ab: Schweizer Jugendliche nutzen KI für schulische Zwecke statistisch signifikant häufiger als der OECD-Durchschnitt.
Ausserhalb der Schule dominiert das Smartphone. Eine grosse Mehrheit der Befragten nutzt es täglich oder fast täglich. An Wochentagen verbringt fast die Hälfte der Schüler zwischen einer und drei Stunden in sozialen Netzwerken, ein Drittel sogar mehr als drei Stunden.
Einordnung ins Bildungsmonitoring
Die Schweizer Ergebnisse werden im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren EDK in einem nationalen Bericht zusammengefasst. Die Daten fliessen ins nationale Bildungsmonitoring ein und werden alle vier Jahre im Bildungsbericht zu einer Gesamtschau des Schulsystems verdichtet.

