Die neue Rheinwiese ist eröffnet – Heimat für sieben Vereine
Der Liechtensteiner Fussballverband (LFV) hat am Freitagabend gemeinsam mit der Gemeinde Schaan die erneuerte Sportanlage Rheinwiese mit dem neuen LFV Campus eröffnet. Nach rund fünfeinhalb Jahren Planung und Bau verfügt der Verband erstmals über ein eigenes Zentrum – finanziert ohne staatliche Mittel, dafür mit Geld aus den Förderprogrammen von FIFA und UEFA.
Wie viel dem europäischen Verband der Standort im kleinsten seiner Mitgliedsländer bedeutet, zeigte die Gästeliste: UEFA-Präsident Aleksander Čeferin reiste ebenso an wie Elkhan Mammadov, bei der FIFA für alle 211 Nationalverbände zuständig, UEFA-Verbandsdirektor Zoran Laković und der Schweizer Verbandspräsident Peter Knäbel. Sportminister Hubert Büchel stiess wegen der Landtagssitzung verspätet dazu.
Investition in alle sieben Vereine
LFV-Präsident Hugo Quaderer sprach von einem Meilenstein in der Geschichte des Verbands. Gebaut worden sei nicht für einen einzelnen Klub: „Wir haben in alle sieben Vereine investiert, wir haben insgesamt in den Fussball des Landes investiert.“ Die wahre Bedeutung des Campus werde sich erst über die kommenden Jahre entfalten – als Perspektive für Talente und als Fundament für die Entwicklung des Fussballs im Land.
Deutliche Worte fand Quaderer zur Finanzierung. Dass Beiträge der Dachverbände flössen, sei alles andere als selbstverständlich, auch wenn dies im Land oft so wahrgenommen werde. Es sei ein Beispiel wirkungsvoller internationaler Solidarität – und diese wirke nur, solange der Verband die Mittel zielgerichtet und verantwortungsvoll einsetze. Mit dem Campus übernehme der LFV deshalb auch eine Verpflichtung, die Anlage klug und nachhaltig zu nutzen.
Vom Fronarbeitsplatz zum Sportzentrum
Gemeindevorsteher Daniel Hilti ordnete das Projekt in eine lange Geschichte ein. Tags zuvor hatte sich zum 65. Mal jener 3. September 1961 gejährt, an dem auf der neu erstellten Rheinwiese das erste Meisterschaftsspiel stattfand – der FC Schaan schlug Rapperswil in der 2. Liga mit 9:1. Vorausgegangen war der Druck mehrerer Dorfvereine, die den alten Sportplatz mitten im Siedlungsgebiet als Sackgasse erkannt hatten. Die damals finanziell schlecht gestellte Gemeinde kaufte rund 18’000 Quadratmeter Land am Rhein, den Aushub und die Herrichtung besorgten Fussballklub und Turnverein in Fronarbeit.
Aus dem kargen Stück Land ist inzwischen die Landesleichtathletikanlage geworden, 2021 bis 2023 von Grund auf erneuert und wieder auf internationalem Standard. Im jüngsten Ausbau kamen eine Indoor-Sprint- und Weitsprunganlage sowie ein deutlich erweiterter Familien- und Spielbereich hinzu, für den der Gemeinderat eigens Gelder sprach. Die Anlage dient damit drei Schaaner Vereinen, dem Verband und der Bevölkerung gleichzeitig.

